Skip to main content

Full text of "Die Wichtigsten Tierversteinerungen aus der Kreide des Königreiches Sachsen"

See other formats


|; I. f. l Y 



DIE WICHTIGSTEN ^ 

Tierversteinerungen 
aus der kreide 

DES KÖNIGREICHES SACHSEN 



VON 



DE KARL WANDERER 

DIREKTORIALASSISTENT AM KGL. MINERALOGISCH-GEOLOGISCHEN MUSEUM 

IN DRESDEN 



MIT 12 TAFELN UND 11 ABBILDUNGEN IM TEXT 




JENA 

VERLAG VON GUSTAV FISCHER 
1909 



i/r- 



Alle Rechte vorbehalten. 



Dem 

Nestor sächsischer Petrefaktensammler 
Herrn Fabrikbesitzer 

Emil Kühnscherf 

in Dresden 

gewidmet. 



Vorwort. 

Die landschaftlich so reizvollen und wirt- 
schaftlich so wichtigen Absätze der Meere, 
welche zu Ende des Mittelalters der Erde, in 
der Periode der „Oberen Kreide", einen be- 
trächtlichen Teil unseres Vaterlandes über- 
fluteten, beherbergen eine außerordentlich man- 
nigfaltige und reiche Tierwelt. Aus der Fülle 
dieser fossilen Fauna die geologisch wie palä- 
ontologisch wichtigsten und vom Sammler 
häufigst gefundenen Formen allen Freunden 
unserer Wissenschaft leicht zugänglich zur Dar- 
stellung zu bringen, ist der Zweck dieses Werk- 
chens, das damit in seinem engen Rahmen einen 
kleinen Beitrag zur Heimatkunde liefern soll. 

Da selbst die eingehendste Beschreibung 
nur in beschränktem Maße Mittel zur Be- 
stimmung von Versteinerungen bietet, wurde 
schon im Interesse der Ausdehnung der Arbeit 
von einer solchen abgesehen und im Texte nur 
besonders wesentliche Merkmale zur Wieder- 
erkennung der Gattungen und Arten hervor- 
gehoben mit Bemerkungen über Vorkommen, 



VI 

Erhaltungszustand u. dgl. Die dabei verwen- 
deten Fachausdrücke finden, wenigstens für 
die wichtigsten Formengruppen, in den bei- 
gegebenen Textfiguren ihre Erläuterung. Daß 
die skizzenhaften Daten für die einzelnen Tier- 
klassen nur eine kurze Übersicht geben, vor 
allem aber den jungen Sammler zu weiterem 
Studium anregen sollen, bedarf keiner beson- 
deren Erwähnung. 

Besondere Sorgfalt wurde, als dem wich- 
tigsten Hilfsmittel zur Bestimmung, der bild- 
lichen Darstellung gewidmet. Den Zeichnungen, 
die, soweit nicht anders vermerkt, durchweg 
in natürlicher Größe gehalten sind, liegen zu- 
meist die Originalfunde früherer Autoren zu- 
grunde; doch wurden dabei, um in einem Bild 
die verschiedenen Erhaltungszustände (Steinkern, 
Schalenerhaltung) darzustellen, noch andere ge- 
eignete Stücke aus dem Kgl. Mineralogischen 
Museum und der Sammlung Kühnscherf in 
Dresden benutzt. 

Meinem Mitarbeiter in diesem Teil, Herrn 
Zeichenlehrer Kurt Sauermilch in Dresden, 
bin ich für die große Sorgfalt, die er auf die 
Ausführung der Tafeln und Figuren verwendete, 
zu besonderem Dank verpflichtet. In gleichem 
Maße gilt dies für meinen Verleger, Herrn 
Geheimrat Gustav Fischer, der in zuvorkom- 
mendster und weitgehendster Weise meinen 
Wünschen Rechnung trug und dessen be- 
währter Verlag von vornherein für eine gute 



VII 

Ausstattung des Werkchens Gewähr bot. Herrn 
Geh. Hofrat Prof. Dr. Kalkowsky bin ich für 
die mir gewährte unbeschränkte Benutzung' 
des Museumsmaterials ebenso verbunden wie 
meinem verehrten Kollegen, Herrn Hofrat Prof. 
Dr. Deichmüller, für mancherlei Rat und 
freundliche Unterstützung. 

Dresden, Kgl. Mineralogisch-Geologisches Museum. 
März 1909. 

K. W^anderer. 



Die Schiehtenfolge in 





se 

o 


Üb er- Quader Verbreitungsgebie 




Si 

^ 

^ 


Moc 






Ober-Tüwn: zone des Inoceramus Cuvieri 


ScaphX 


CD 




1 


des 

Brongniarti 


Brongniarti-Pläner 








IS 


PlänerkalJ<: von 
Strelilen, Weinböfila 


^ 






Bastei, Li. 








Glaiilconitische Grünsande und Plänermc 








Pläner von Räct<nitz, 






^ 


Verbreihuigsgebiet : 








•2 


Labiatus-Pläner 










Gauernitz, Leutewitz, Dresden-Cotta, 
Leubnitz 

Bielag 


c2 


stufe mit Actinocamax 

plenus, Cidaris Sorig- 

neti 


Unier-Pläner: ifJZT^''"''^' ^'"'"^ 


Omsewitz 

Eutschütz, Cunn 


Stufe mit Pecten asper, 
Vota aequicostata 


Unter-Quader: ^^.^f "^f; f,""""''". 

^ muhte, Malter, Dil 


Crednerienscfiicfit: Niederschöna \ 



er sächsischen Kreide. 



echtes Eibufer zwischen Lohmen, Wehlen u. 
lal b. Pirna 



ton V071 Zatzschke , C Opitz 



Brongniarti-Quader 

(Haupt- oder Ober-Quader) 

Wbreitungscrebiet : Sächsische Schwciz 
tein, Königstein, Pfaffenstein, Schrammsteine 



von Krietzschwitz, Langenhennersdorf, Hoher Schneeberg 
lertnitz, der Tep litzer Strasse in Dresden 



tat zw. Mügeln b. Pirna u. Meissen 

Labiatus-Quader 

reitungsgebiet : Sächsischc Schwciz 
i, Rottwerndorf, Gross-Coita 



Dresden- ■ r;r: ; 

Klippenplaner : 
Goldene Höhe, Pläncrsandstein 



■f, Spechtshausen, Gr.-Opitz, Eiland, Tyssa 

^aundorf, Weissig. Dohna-Brand- 

iswalde, Sattelberg, Tyssa ; PtiorptiyrkTippe Dofina Kafilebusch 



Svenitklinnen ^ ^^^^'' ^^^'" Dresden- 
öyenitmppen ^ patsteinbmcli Plauen 

Granititklippe Gamig Hübet 



Gneisklippe Oberau 



feide fehlen in Sachsen. 



Die Erhaltung der Tierversteinerungen aus 
der sächsischen Kreide. 

Der Erhaltungszustand der Tierver- 
steinerungen aus der sächsischen Kreide ist im 
allgemeinen gut. Die Gesteine, aus denen sich 
die Schichten dieses Systems aufbauen — Tone 
und Mergel, Sandsteine von meist geringer 
Korngröße — lieferten vor ihrer Verfestigung 
für die abgestorbenen Meerestiere ein vorzüg- 
liches Einbettungsmaterial, das selbst zartesten 
Hartgebilden die Möglichkeit der Erhaltung 
bot. Das Ausbleiben größerer vulkanischer 
und gebirgsbildender Tätigkeit im Gebiet un- 
serer Kreide bewahrte den Fossilinhalt der 
Schichten vor Vernichtung und Verstümmelung. 
Geringfügigeren Veränderungen der ursprüng- 
lichen Gestalt, hervorgerufen durch den Druck 
der überlagernden Schichten oder Gleitbe- 
wegungen der noch nicht verfestigten Massen 
am Meeresgrund begegnet man dagegen, be- 
sonders in den tonig-mergeligen Ablagerungen, 
ziemlich häufig. 

Die Art und Weise der Erhaltung ist 
die bei tierischen Organismen früherer Erd- 
perioden zumeist angetroffene: die Weichteile 



X 

des Tierkörpers verwesen, fossil erhalten bleiben, 
mit seltenen Ausnahmen, nur Hartgebilde, die 
Stütz- und Schutzskelette der niederen (Everte- 
brata), die Knochen, Zähne und Schuppen der 
höheren Tiere (Vertebrata). Diese Gebilde ge- 
langen am Meeresgrund zur Einbettung; ihre 
äußere Form drückt sich oft mit allen Feinheiten 
der Verzierung in der umgebenden Masse ab; 
ihre Hohl- und Zwischenräume werden von 
feinen Sinkstoffen, wie Schlamm und Sand, teil- 
weise auch von mineralischen Lösungen aus- 
gefüllt. In dieser allseitigen Einbettung machen 
die (3rganismenreste den Erhärtungsprozeß der 
Schichten mit. Werden durch später einsetzende 
chemische Vorgänge (Auslaugung, Zersetzung) 
die Hartgebilde, z. B. die Molluskenschalen ver- 
nichtet, so bleibt lediglich der erhärtete Aus- 
guß des Innenraumes der Schale übrig, der 
„Steinkern", und das Negativ der Schalen- 
oberfläche, der „Abdruck". Diese Er- 
haltungsart, Steinkern und Abdruck, ist 
in der sächsischen Kreide Regel für alle 
Versteinerungen aus dem Quader, ebenso 
für alle unsere Ammonitenfunde. 

Eine Verschmelzung von Steinkern und 
Abdruck stellt der „Skulptursteinkern" dar, 
bei welchem dem Innenausguß auch die äußere 
Schalenskulptur aufgedrückt ist. Man findet 
die meisten Gastropoden sowie eine Anzahl 
dünnschaliger Muscheln aus der Pläner- 
fazies des Turons in dieser Erhaltung. 



XI 

Bei den Organismen descenomanen Plä- 
ners, ebenso bei einer Reihe von Tierformen 
aus höheren Schichten (so bei Echinodermen, 
Brachiopoden, bei dickschahgen Muscheln, bei 
Krebsen, Fischresten u. a.) kommt es im all- 
gemeinen nicht zur Vernichtung der Hart- 
gebilde; doch treten auch hier gewisse Ver- 
änderungen ein. 

Die Schutz- vmd Stützskelette bei wirbel- 
losen wie bei Wirbeltieren verlieren ihre orga- 
nischen Bestandteile, werden dadurch bis zu 
einem gewissen Grad porös und ermöglichen 
so das Eindringen mineralischer Lösungen, die 
hier z. T. zu einer späteren UmkristalHsation 
der ursprünghchen Skelettmasse Veranlassung 
geben. Dabei kommt für uns in erster Linie 
der kohlensaure Kalk in Betracht, der sich 
in fast allen Skelettresten nachweisen läßt. Von 
anderen Versteinerungsmitteln findet sich nur 
die Kieselsäure häufiger (so bei einigen 
Schwämmen und bei den Petrefakten aus dem 
Serpulasand), während phosphorsaurer Kalk 
(bei Koprolithen), Schwefeleisen und Braun- 
eisen (bei kleinsten Gastropoden- und Ammo- 
nitensteinkernen) nur in vereinzelten Fällen vor- 
kommen. 



Literaturverzeichnis, 



Veröffentlichungen über die Geologie und Palä- 
ontologie der sächsischen Kreide. 

1. Beck, R., Litoralbildungen i. d. sächs. Kreideform. Be- 

richte d. Naturforsch. Gesellschaft, Leipzig 1895/96. 

2. Ders., Geolog. Wegweiser d. d. Dresdener Elbtalgebiet 

zw. Meißen u. Tetschen. Berlin 1897. 

3. Bergt, W., Der Plänerkalkbrach bei Weinböhla. Abh. 

d. naturw. Ges. Isis, Dresden 1900. 

4. Credner, Herrn., u. dessenMitarbeiter, Erläuterungen 

z. geol. Spezialkarte d. Königr. Sachsen, Sektionen 33, 
48, 49, 50, 64, 65, 66, 67, 68, 79, 80, 81, 82, 83, 
84, 85, 86, 87, loi, 102, 103, 104, 107, 120. 

5. Ders., Geol. Übersichtskarte d. Königr. Sachsen. Leipzig 

1908. 

6. Danzig, E., Das Ouadergebirge südl. v. Zittau. Sitzber. 

d. naturw. Ges. Isis, Dresden 1874. 

7. Ders., Gliederung d. ob. Quaders südl. v. Zitt£.u. .Sitzb. 

d. naturw. Ges. Isis, Dresden 1893. 

8. Deichmüller, J. V., Über das Vorkommen cenom. 

Versteineiimgen b. Dohna. Abh. d. naturw. Ges. 
Isis, Dresden 1881. 

9. Deninger, K., Die Gastropoden d. sächs. Kreideform. 

Beiti-. zur Paläont. u. Geol. Österreich-Ungarns u. d. 
Orients, 1905. 

10. Dittmarsch, A., u. Geinitz, H. B., Geologie des Elb- 

tals bei Meißen (Cenoman v. Zscheila). Sitzber. d. 
naturw. Ges. Isis, Dresden 1877. 

11. Ebert, O., Ammonites Geslianus d'Oib. aus Ockerwitz. 

Sitz.-Ber. d. naturw. Ges. Isis, Dresden 1891. 

12. Ders., Cretaceische Schwarzkohlenreste bei Dresden. 

Ebenda 1895. 



XIII 

13. Engelhardt, H., Die Crednerien i. unt. Quader Sachsens. 

Festschrift der naturw. Ges. Isis, Dresden 1885. 

14. Ders., Über Kreidepflanzen von Niederschöna. Abh. 

derselben 1891. 

15. Ettingshausen , C. v., Die Kreideflora v. Niederschöna 

i. S. Sitzber. d. k. Ak. d. Wiss., Bd. LV, Wien 1867. 

16. Friedrich, O. O., Kurze geogn. Beschreibung d. Süd- 

lausitz usw. Progr. z. Einweih. d. Johanneums z. Zittau. 
Zittau 1871. 

17. Geinitz, H. B., Das Quadersandsteingeb. od. Kreidegeb. 

in Deutschland. P'reiberg 1849. 

18. Ders., Das Quadergeb. oder d. Kreideform. i. Sachsen usw. 

Leipzig 1850. 

19. Ders., Charakteristik d. Schichten u. Petrefakten d. sächs.- 

böhm. Kreidegebirges usw. Leipzig 1850. 

20. Ders., Die fossilen Pischschuppen a. d. Plänerkalk v. 

Strehlen. Denkschr. d. Ges. f. Natur- u. Heilkunde, 
Dresden 1868. 

21. Ders., Das Elbtalgebirge i. Sachsen I. u. II. Palaeonto- 

graphica XX, 1871 — 75. 

22. Ders., Fossilien a. d. ob. Quadersandstein d. Hackkuppe 

b. Saupsdorf. Sitzber. d. naturw. Ges. Isis, Dresden 1878. 

23. Ders., Über Leitfossilien d. Quadersandsteins. Ebenda 

1882. 

24. Ders., Über A'ersuche nach Kohlen i. Quadergeb. Sachsens. 

Ebenda 1882. 

25. Ders., Der Syenitbruch a. d. Königsmühle i. Plauenschen 

Grund b. Dresden. Abh. derselben 1895. 

26. Ders., Funde a. d. Kreideformation d. Plauenschen 

Grundes. Sitzber. derselben 1896. 

27. Gumprecht, F. E., Beiträge z. geolog. Kenntnis einiger 

Teile Sachsens und Böhmens. Berlin 1835. 

28. Gutbier, A. v., Geognost. Skizzen a. d. Sächsischen 

Schweiz. Leipzig 1858. 

29. Hettner, A., Gebirgsbau u. Oberflächengestaltung d. 

Sachs. Schweiz. Stuttgart 1887. 

30. Hibsch, J. E., u. Geinitz, H. B., Cenomane Ver- 

steinerungen von Niedergrund a. E. bei Tetschen. 
Sitzber. d. naturw. Ges. Isis, Dresden 1891. 
31- Jentzsch, A., Die geolog. u. mineralog. Literatur d. 
Kgr. Sachsen u. d. angrenz. Ländert. von 1835 — 1873- 
Leipzig 1874. 



XIV 



32. Kalkowsky, E., Über einen oligocänen Sandsteingang 

a. d. Lausitzer Überschiebung bei Weinbohla i. S. 
Abh. d. nalurw. Ges. Isis, Dresden 1897. 

33. Lange, Th., Geolog. Skizze d unt. Müglitztales. Jahrber. 

d. Gebirgsver. f. d. Sachs. -Böhm. Schweiz II. Dresden 
1885. 

34. Lange, H., Atlas von Sachsen. Leipzig 1860. 

35. Lepsius, R., Geolog. Karte d. Deutsch. Reichs i : 500000, 

Sektionen 19, 20. Gotha 1894. 

36. Ders., Geologie v. Deutschland u. angrenz. Gebiete, IL T., 

Lief. I. Leipzig 1903. 

37. Naumann, C. F., Zu Gumprechts Beitr. z. geogn. Kenntn. 

einiger Teile Sachsens. Neues Jahrbuch f. Mineralog. usw., 
1836. 

38. Ders. u. dessen Mitarbeiter, Gäa v. Sachsen usw. 

Dresden u. Leipzig 1843. 

39. Ders., Geognost. Beschreibung d. Königr. Sachsen. Dresden 

u. Leipzig 1845. 

40. Nessig, W. R., Geologische Exkursionen i. d. Um- 

gegend V. Dresden. Dresden 1898. 

41. Ders., Tiefbohrung i. d. Dresdener Heide. Sitzb. d. 

naturw. Ges. Isis, Dresden 1901. 

42. Ders., Neue Tiefbohrung in Dresden. Abh. derselben 1906. 

43. Petrascheck, W., Über d. Alter d. Überquaders. Ebenda 

1897. 

44. Ders., Studien über Faziesbildungen i. Gebiete d. sächs. 

Kreideformation. Ebenda 1899. 

45. Ders., Über eine Diskordanz zw. Kreide u. Tertiär b. 

Dresden. Ebenda 1901. 

46. Dei s., Die Ammoniten d. sächs. Kreideformalion. Beitr. 

z. Paläontol. u. Geolog. Österreich-Ungarns u. d. Orients, 
1902. 

47. Ders., Über Inoceramen a. d. Kreide Böhmens U.Sachsens. 

Jahrb. d. k. k. geol. Reichsanstalt, Bd. LUX, Wien 
1903. 

48. Ders., Über d. jüngsten Schichten d. Kreide Sachsens. 

Abh. d. naturw. Ges. Isis, Dresden 1904. 

49. Richter, O., Der Ursprung d. Wortes ,, Pläner". Sitzber. 

derselben 1882. 

50. Scupin, H., Die stratigraphischen Beziehungen d. obersten 

Kreideschichten in Sachsen, Schlesien u. Böhmen. Neues 
Jahrb. f. Mineral, usw., Beil. Bd. XXIV, 1907. 



XV 



51. Süßmilch-Hörnig, M. v., Historisch geograph. Atlas 

von Sachsen u. Thüringen. Dresden 1860. 

52. Wagner, P., Die mineralog.-geol. Durchforschg. Sachsens 

i. ihrer geschichtl. Entwickig. Abh. d. naturw. Ges. 
Isis, Dresden 1902. 

53. Wanderer, K , Ein Vorkommen v. Enoploclytia Leachi 

Mant. sp. i. Cenoman von Sachsen. Ebenda 1908. 

54. Wohlfahrt, J. O., u. Geinitz, H. B., Die Ausdehnung 

d. Quadersandsteines b. Dippoldiswalde. Sitzber. der- 
selben 1897: Exkursion n. Dippoldiswalde. Ebenda 
1885. 

Hinweise auf die wichtigsten Veröffentlichungen über 
das Kreidesystem außerhalb Sachsens, bes. des an- 
grenzenden böhmischen Gebietes, finden sich in den Literatur- 
verzeichnissen und Fußnoten der Arbeiten Nr. 9, 21 31, 
36, 43, 44, 46, 47, 48, 50, 53. 



Verzeichnis bekannter Fundorte im Gebiet 
der sächsischen Kreide. 

Die hier folgende Liste bezweckt keines- 
wegs, eine lückenlose Aufzählung der ergiebig- 
sten, heute noch erschlossenen Fundplätze für 
sächsische Kreidefossilien zu geben, zumal eine 
solche — soweit sie bei der großen Ausdehnung 
unseres Gebietes von einem einzelnen lückenlos 
überhaupt durchgeführt werden kann — immer 
mehr oder weniger großen und raschen Ver- 
änderungen unterworfen wäre. Die Zusammen- 
stellung soll vielmehr, in Ermangelung einer geo- 
logischen Karte, aus der topographischen Lage 
der angeführten Orte ein annäherndes Bild liefern 
über die Ausdehnung der Kreideablagerungen 
und die Verbreitung deren einzelner Horizonte 
in ihrer wechselnden Gesteinsausbildung (Fazies). 
Gleichzeitig soll die Horizontangabe hinter den 
Orten die Altersbestimmung der aus den je- 
weiligen Fundplätzen stammenden Aufsamm- 
lungen jüngeren wie älteren Datums ermög- 
lichen. Eine Gliederung des Cenomans in 
Quader (LTnterstufe), Pläner und Pläner- 
sandstein (Oberstufe) ist dabei nicht durch- 
geführt. Die Bezeichnung Quader besitzt darum 
hier keine stratigraphische Bedeutung; sie 
kennzeichnet lediglich die petrographische 



XVII 

Ausbildung der Cenomanschichten als Sand- 
steine (Quader) im Gegensatz zu den tonig- 
mergeligen Absätzen (Pläner). Die in der Liste 
angeführten Zahlen (Nr.) beziehen sich auf die 
Sektionsnummern der geologischen Spezial- 
karte von Sachsen, welche bekanntlich mit den 
Blättern der topographischen Aufnahme i : 25 ooo 
zusammenfallen. 



Fundorte 


Nr. 


Stufe 


Fazies 


Babisnau b. Kreischa (A.Dresden) 


82 


Cenoman 


Quader 


Bannewitz (A. Dresden) 


82 


Cenoman 


Quader 


Berggießhübel (A. Pirna) . . 


■-! 


Cenoman 
Unt. Turon 


Quader 
PI an er 


Bielagrundb. Hütten (A. König- 








stein) 


84 


Unt. Turon 


Quader 


Birkwitz (A. Pirna) .... 


83 


Mitt. Turon 


Pläner 


Böhla Vorwerk, nördlichstes Vor- 








kommen V. Kreide (A. Meißen) 


33 


Unt. Turon 


Plan er 


Bossecker Ziegelei bei Plauen 








(A. Dresden-Plauen) . 


66 


Unt. Turon 


Pläner 


Constappel (A. Meißen) . . 


49 


Unt. Turon 


PI an er 


Copitz (A. Pirna) .... 


83 


Ob. Turon 


Pläner 


Cotta (A. Dresden) .... 


66 


Unt. Turon 


Pläner 


Coschütz (A. Dresden-Plauen) 


66 


Cenoman 


i Pläner 
( Quader 


Cossebaude (A. Dresden) . 


66 


Unt. Turon 


Pläner 


Cunnersdorf (A. Dippoldiswalde) 


lOI 


Cenoman 


Quader 


Dippoldiswalde 


lOI 


Cenoman 


Quader 


Döltzschen (A. Dresden-Plauen) 


66 


Cenoman 


Pläner 


Dohna-Brandmühle (A. Pirna) 


83 


Cenoman 


Quader 


Dolina-Kalilebusch (A. Pirna) 


83 


Cenoman 


Pläner 


Elbstollen-Zauckerode (A. 








Dohlen) . 


65 . 


Cenoman 


Grünsand 



XVIII 



Fundorte 


Nr. 


Stufe 


Fazies 


Eutschütz bei Bannewitz 








(A. Dresden) 


82 


Cenoman 


Quader 


Gamig Hübei zw. Leubnitz und 








Goppeln (A. Dresden) 


66 


Cenoman 


PI an er 


Gauernitz (A. Meißen) . 


49 


Unt. Turon 


Pläner 


Gittersee (A. Dohlen) . . . 


66 


Cenoman 


Quader 


Golberode (A. Dresden) 


82 


Cenoman 


Quader 


Goldene Höhe bei Welschhufe 








(A. Dresden) 


82 


Cenoman 


Quader 


Goppeln (A. Dresden) 


82 


Cenoman 


Quader 


Gorbitz (A. Dresden) 


66 


Unt. Turon 


Pläner 


Gorknitz bei Dohna (A. Pirna) 


82 


Cenoman 


Quader 


Gostritz (A. Dresden) . . . 


66 


Unt. Turon 


Pläner 


Gottleuba (A. Pirna) . . . 


102 


Unt. Turon 


Quader 


Groß-Cotta (A. Pirna) . . . 


83 


Unt. Turon 


Quader 


Groß-Opitz (A. Tharandt) 


81 


Cenoman 


Quader 


Groß-Sedlitz (A. Pirna) . . 


83 


Cenoman 
Unt. Turon 


J Pläner 


Herrenleitlie südl. v. Lohmen 








(A. Pirna) 


83 


Senon 


Quader 


Hetzdorf bei Niederschöna (A. 








Freiberg) 


80 


Cenoman 


Quader 


Hintergersdorf (A. Tharandt) . 


81 


Cenoman 


Quader 


Hinterhermsdorf (A. Sebnitz) . 


86 


Mitt. Turon 


Quader 


Hintertellnitz in Böhmen 


120 


Cenoman 


Quader 


Hoher Schneeberg in Böhmen 


103 


Mitt. Turon 


1 Pläner 
^ Quader 


Kauscha bei Lockwitz (A. 






f Pläner 


Dresden) 


82 


Cenoman 


\ Quader 


Keiblerberg bei Jungferndorf in 








Böhmen 


120 


Cenoman 


Quader 


Kemnitz (A. Dresden) . . . 


66 


Unt. Turon 


Pläner 


Kleinnaundorf (A. Dresden) . 


82 


Cenoman 


Quader 


Klotzsche (A. Dresden) . . 


50 


Cenoman 


Quader 


Kninitz-Wand in Böhmen . 


120 


Unt. Turon 


Quader 


Königsnase bei Ober- Vogel- 








gesang (A. Pirna) . .■ . 


83 i 


Mitt. Turon 


Quader 



xlx 



Fundorte 


Nr. 


Stufe 


Fazies 


Königstein 


84 


Mitt.Turon 


Quader 


Krietzschwitz (A. Pirna) . . 


83 


Milt. Turon 


Plan er- 
Mergel 


Krippen (A. Schandau) 


84 


Mitt. Turon 


Quader 


Ladenberg bei Berggießhübel 




Cenoman 


Quader 


(A. Pirna] 


102 


Unt. Turon 


Plan er 


Langenhennersdorf (A. Könige 








stein) 

Letzter Heller, Hellerberg (A. 


103 


Mitt.Turon 


r Pläner 
\ Quader 


Dresden) 


50 


Cenoman 


Quader 


Leubnitz - MüUersche Ziegelei 








(A. Dresden) 


66 


Unt. Turon 


Pläner 


Leutewitz bei Cotta ( A. Dresden) 


66 


Unt. Turon 


Pläner 


Liebethalergrund bei Lohmen 








(A. Pirna) 


83 


Mitt. Turon 


Quader 


Lückendorf (A. Zittau) . 


107 


Mitt. Turon 


Quader 


Malter (A. Dippoldiswalde) . 


81 


Cenoman 


Quader 


Meißen-Ratsweinberge . 


48 


Cenoman 


Pläner 


Merbitz bei Cossebaude (A. 








Dresden) 


65 


Cenoman 
Unt. Turon 


PI. u. Qu. 
Pläner 


Naundorf (A. Freiberg) 


80 


Cenoman 


Quader 


Niedergrund a. E. bei Tetschen 








i. Böhm. 


104 


Cenoman 


Quader 


Niederschöna (A. Freiberg) 


80 


Cenoman 


Quader 
u. Tone 


Niederwartha bei Cossebaude 








(A. Wilsdruff) 


05 


Unt. Turon 


Pläner 


Nöthnitz (A. Dresden) . . . 


66 


Cenoman 


Quader 


Oberau (A. Meißen) .... 


49 


Cenoman 


( Grünsand 
\Konglom. 


Oberhäßlich (A. Dippoldiswalde) 


82 


Cenoman 


Quader 


Ober-Posta (A. Pirna) . . . 


83 


Senon 


Quader 


Ober- Vogelgesang (A. Pirna) . 


83 


Mitt.Turon 


Quader 


Ockerwitz bei Cotta ( A, Dresden) 


65 


Cenoman 


Pläner 


Omsewitz bei Cotta (A. Dresden) 


65 


Cenoman 


Pläner 



XX 



Fundorte 

Päpsten au = Babisnau b. 

Kreischa (A. Dresden) . 
Plauen (A. Dresden-Plauen ) 
Porschdorf (A. Schandau) . 
Posta-Niederposta (A. Pirna) 
Postelwitz (A. Schandau) 
Prinzenhöhe bei Bannewitz (A 

Dresden) 



Räcknitz (A. Dresden) . 
Raitza bei Tyssa i. Böhm. 
Rathen (A. Königstein) 
Rippien b.Hänichen (A.Dresden) 
Rottwerndorf (A. Pirna) 

Sattelberg i. Böhmen 

Schandau 

Schlottwitz (A. Dippoldiswalde) 
Schmilka bei Postelwitz (A 

Schandau) 

Schöna (A. Schandau) . . 
SchuUwitz b. Weißig (A. Dresd.) 
Sobrigau b. Lockwitz (A. Dresd.) 
Spechtshausen (A. Tharandt) 
Strehlen (A. Dresden) 

Teltschen =: Döltzschen (A 

Dresden-Plauen) 
Teplitzer Straße-Ackemiannstr 

i. Strehlen (A. Dresden) . 

Tharandt 

Tyssa einschließlich Raitza und 

Eiland i. Böhm. 



Walkmühle bei Pirna 
Wehlen (A. Pirna) . . . 
Weinböhla (A. Meißen) 
Weißig b. Bühlau (A. Dresden 
Welschhufe bei Bannewitz (A 
Dresden) 



Nr. 



82 
66 



85 
82 

66 
103 
84 
82 
83 



104 
67 
82 
81 
66 



66 



83 
49 
67 

82 



Stufe 



Cenoman 

Cenoman 

Mitt. Turon 

Mitt. Turon 

Mitt. Turon 

Cenoman 

Mitt. Turon 
Cenoman 

Mitt. Turon 
Cenoman 

Unt. Turon 



Fazies 



Quader 
Piäner 
Quader 
Quader 
Quader 

Quader 

Pläner 
Quadei 
Quader 
Quader 
Ouader 



Cenoman Quader 

Mitt. Turon Quader 

Cenoman Quader 



Mitt. Turon 

Mitt. Turon 

Cenoman 

Cenoman 

Cenoman 

Mitt. Turon 



66 Cenoman 



Mitt. Turon 
Cenoman 



103 Cenoman 



Cenoman 



Quader 
Quader 
Quader 
Quader 
Quader 
Plan er 



Pläner 

Pläner 
Quader 

Ouader 



Mitt. Turon Pläner 

Senon \ Quader 

Mitt. Turon Pläner 

Cenoman Ouader 



Ouader 



XXI 



Fundorte 


Nr. 


Stufe 


Fazies 


Wendischcarsdorf bei Possen- 








dorf (A. Dippoldiswalde) 


82 


Cenonian 


Quader 


Wesnitzgrund bei Lohmen (A. 
Pirna) 


83 


Mitt. Turon 


( Quader 
\ Pläner 


Zatzschke bei Copitz (A. Pirna) 


83 


Ob. Turon 


Pläner 


Zauckerode-Elbstollen bei Pot- 








schappel (A. Dohlen) . . 


65 


Cenoman 


Grünsand 


Zeschnig (A. Stolpen) . . . 


84 


Cenoman 


Pläner 


Zscheila (A. Meißen) . . . 


48 


Cenoman 


Pläner 


Zschertnitz (A. Dresden) 


66 


Mitt. Turon 


Pläner . 


Zschonermühle i. Zschonergrund 








b. Kemnitz (A. Dresden) . 


65 


Cenoman 


Pläner 



Die Stämme des Tierreiches 

mit ihren für die Paläontologie in Betracht kommen- 
den Klassen. 

Die mit * versehenen Klassen sind aus der sächsischen Kreide 
nicht bekannt. 



I. Stamm. Protozoa 
Urtiere 

II. Stamm. Coelenterata 
Pflanzen tiere 



III. Statnm. Echinodermata 
Stachelhäuter 



IV. Stamm. Vermes 
Würmer 

V. Stamm. Molluscoidea 



VI. Stamm. Mollusca 

Weichtiere 



VII. Stamm. Arthropoda 
Gliederfüßler 



VIII. Stamm. Vertebrata 
Wirbeltiere 



f Foraminifera 
( Radiolaria'" 

[ Spongiae Schwämme 
' Anthozoa Korallen 
\ Hydrozoa Quallen* 

Crinoidea Seelilien 
Cystoidea Beutelstrahler* 
Blastoidea Knospenstrahler''' 
Ophiuroidea Schlangensterne* 

IAsteroidea Seesterne 
Echinoidea Seeigel 
Holothtxrioidea Seegurken* 

. Annelidae Ringelwürmer 

f Bryozoa Moostierchen 
\ Brachiopoda Armfüßler 

Amphineura Wurmmoliusken* 
Lamellibranchiata Muscheln 
Scaphopoda Grabfüßler 
Gastropoda Schnecken 
Cephalopoda Kopffüßler 

Cnastacea Krebstiere 
Myriopoda Tausendfüßler* 
Arachnoidea Spinnen* 
Insecta Insekten* 

Pisces Fische 
Amphibia Lurche* 
Reptilia Kriechtiere 
Aves Vögel* 
Mammalia Säu"etiere* 



Foraniinifera, Foraminiferen. 

Die P'oraminiferen, zum Stamm der Protozoen (Urtiere) ge- 
hörend, sind Meeresbewohner, deren einzelliger, aus Kern und 
Protoplasma bestehender Körper von einer kalkigen, kieseligen 
oder hornigen Schale umgeben ist. Die Schale, welche aus 
einer oder mehreren aneinandergereihten Kammern besteht, 
besitzt entweder eine größere oder zahlreiche kleinere Off- 
nungen, aus welchen das Protoplasma in zumeist feinen Fäden 
(Pseudopodien = Scheinfüßchen) austritt. Trotz ihrer geringen 
Größe sind die Foraminiferen am Aufbau der Erdrinde her- 
vorragend beteiligt. 

Vorkommen und Verbreitung der Foraminiferen in 
der sächsischen Kreide. 

Man kennt aus der sächsischen Kreide 
nahezu loo Arten von Foraminiferen, die (ent- 
sprechend ihrer heutigen Lebensweise) fast aus- 
schließlich auf die Plänerfazies, d. h. auf die 
kalkig- mergeligen, bzw. tonigen Schichten 
unserer Kreidemeere beschränkt sind u. zw. 
im wesentlichen auf die des mittleren Turons. 
Das Cenoman, ebenso die übrigen Horizonte 
haben nur wenige Arten geliefert. Bei der 
überwiegenden Mehrzahl unserer Foraminiferen 
ist das Gehäuse kalkig', mehrfach gekammert 
und mit zahlreichen feinen Poren versehen 
{Perforata calca^'ea). 

"Wanderer, Tierversteinerungen. 1 



Taf. r, JVodosaria*). Gehäuse lanp-g^estreckt, Stab- oder 

Fig. I . 

keulenförmig. Oberfläche glatt oder längs- 
gerippt. Die Kammern bald mehr, bald 
weniger deutlich abgeschnürt. 

Fundorte: Mitt. 7'7c;'^/; Weinböhla, Strehlen, Zschert- 
nitz, Teplitzer" Straße. 

Taf. I, Frondiciilai'ia. Gehäuse flach, abgeplattet, von 

Fig. 2. 

lanzett- oder herzförmig-em Umriß mit nie- 
deren, nach der Mitte winkelig oder bogen- 
förmig zulaufenden Kammern. 

Fundorte: Wie oben. 

Taf. I, Cristellaria. Gehäuse nautilusartiöf in ebener 
Fig. 3. _ ^ 

Spirale eingerollt; Kammern schlank oder 

gebläht. 

Fundorte: (cnotuan Meißen; Mitt. Titron Wein- 
böhla, Strehlen, Zschertnitz. 



Spoogiae, Schwämme. 

Äußerst mannigfaltig gestaltete, festsitzende und häufig 7ai 
Kolonien vereinigte niedere Tiere ohne Nerven, Muskeln und 
Sinnesorgane, die fast ausschlief^lich im Meere leben. Ein 
meist nur nach oben (im osciihini) geöffneter Hohhaum stellt 
Darm und Leibeshöhle gleichzeitig dar. In denselben münden, 
die Körperwand durchbohrend, zahlreiche einfache oder ver- 
zweigte Kanäle, durch welche das die Nahrung enthaltende 
"Wasser zufließt. Auf der Körperoberfläche erscheinen die 
Mündimgen dieser Kanäle als Poren. Eine Zellschicht des 
Körpers scheidet ein aus gesetzmäßig geformten, nadelähnlichen 
Gebilden aufgebautes Stützskelett aus. Dieses besteht entweder 
aus kohlensaurem Kalk i^Calcispongiae = Kalkschwämme) oder 



*) Da Foraminiferen nur in sehr beschränktem Maße 
Gegenstand sammlerischen Interesses bilden, wird für diese 
Gruppe auf Nr. 21 der Literaturzusammenstellung verwiesen, 
und es werden nur die arten- und individuenreichsten Gat- 
tungen abgebildet. 



— 3 — 

aus Kieselsäure {Silicispongiae = Kieselschwämme). In der 
letztgenannten Gruppe kann die Kieselsäure auch durch Horn- 
substanz ersetzt sein (6Vr«^oi"^o;?^/(7(? = Hornschwämme) oder 
das Stützskelett kann infolge von Rückbildung ganz fehlen. 

Vorkommen und Verbreitung der Schwämme in 
der sächsischen Kreide. 

In unserer Kreide sind es vor allem die 
kalkig-mergeligen Absätze des Cenomanmeeres 
(Plänerfazies), die durch häufiges Vorkommen 
von Schwämmen ausg'ezeichnet sind; spärlicher 
treten sie in den Sandsteinschichten dieses Hori- 
zontes (Quaderfazies) auf. Geradezu arm an 
Schwämmen sind die Ablagerungen des Turons. 
Im Cenoman überwiegen die Kalkschwämme 
und solche Kieselschwämme, deren Verwandte , 
heute in gering'eren Meerestiefen vorkommen. 
Die wenigen' Arten des Turons sind ausschließ- 
lich Kieselschwämme, und zwar solche, die meist 
größere Tiefen bevorzugen. 

Siplionia Geinitzi Zittel(Siphonia piriformis). Äu- Taf, l, 
ßere Form des Schwammes mannigfaltig; 
im allgemeinen kugelig bis birnförmig. Mit- 
untersind mehrerelndividuen zu einem Stock 
verwachsen (Fig. \b). Die Oberfläche ist 
mit größeren und zahlreichen kleineren Ka- 
nalöffnungen (Poren) bedeckt. Um die tiefe 
röhrenförmige Zentralöffnung (s. Fig. 4 a) 
ordnen sich die Poren zum Teil zu vertieften, 
radialstrahligen Rinnen (Fig. a^c). 

Fundorte: Cenoman Plauen, Ganiig Hübel, Kauscha, 
Dohna K., Groß-Sedlitz. 

1* 



— 4 — 

Taf. I, Astrobolia Plauensis Geinitz sp. (Stellispongia 

Fig. 7- .. ^ 

Plauensis). Äußere Gestalt meist knollig; 

kennzeichnend für die Art sind größere 
(ca. 4 mm) runde oder ovale, grubenförmige 
Mündungen auf der konvexen Schwamm- 
fläche, zwischen welchen feine unregel- 
mäßig verstreute Poren liegen; auf der 
konkaven Seite (Fig. yß) breiten sich nur 
diese aus. 

Fundorte: Cenoinan Plauen. Gamig Hübel, Dohna K. 

Taf. I, ChoneJla Roemeri Geinitz sp. (Cupulospongia 

Fig. 8. 

Roemeri). Der kurzgestielte Schwamm- 
körper ist oben mitunter abgeplattet, meist 
jedoch zeigt er die Form eines unregel- 
mäßigen Bechers mit wulstig verdicktem 
Rand. Die x-\.ußenf lache trägt in fein- 
zelligem Gewebe kaum millimetergroße, 
vertiefte Poren. Auf der Innenfläche (oben) 
sind sie zu länglichen Grübchen ausg'ezog'en, 
die unregelmäßig sich verästelnde Reihen 
bilden. 

Fundorte: Cenovian Plauen, Gamig Hübel, Kauscha, 
Groß-Sedlitz. 

Taf. I, Craticiilaria tenuis F. A. Roemer sp. (Cribro- 
''" ^' spongia subreticulata). Der unregelmäßig'- 

flachtrichterförmige Schwamm erreicht 
nicht selten einen Durchmesser von über 
30 cm. Die ovalen Kanalmündungen sind 
in Längs- und Ouerreihen angeordnet, so 
daß auf der Oberfläche eine sehr regel- 



mäßige Gitterstruktur entsteht. Die Art 
findet sich vorzüglich in der Quaderfazies. 

Fundorte: Ce^ioman Plauen, Coschütz, Prinzenhöhe, 
Goldene Höhe, Rippien, Kauscha, Sobrigau. 

Ventriculitesang'ustatusF. A.Roemersp.fCribro- Taf. I, 

Ficr. 6. 
spongiaangustata). Der kelch- oder trichter- *' 

förmig'e Schwammkörper ist mit einer mehr- 
fach sich gabelnden Wurzel festgewachsen. 
Die Oberfläche ist von gerundeten oder 
vieleckigen i — 2 mm großen Kanalöff- 
nungen bedeckt, die mehr oder weniger 
unregelmäßig angeordnet sind. 

Fundorte: Mitt. Turon Strehlen, Weinböhla. 

Elastnostoma consobrinuni d'Orbigny sp. Taf. i, 

Schwammkörper schüsseiförmig von nur 
4 — 5 mm mächtiger Wandstärke mit ge- 
rauhter Innenfläche. Die Außenfläche ist 
glatt und mit ziemlich weitstehenden V4 
bis 1/2 mm weiten randlosen Kanal- 
öffnungen bedeckt. Bei der ähnlichen E. 
Normanianum d'Orb. sind diese Kanal- 
öffnungen wesentlich größer (Y2 — i mm 
weit) und von erhöhten Rändern um- 
geben. 

Fundorte: Für beide Arten Cenoman Plauen, GasTiig 
Hübe], Dohna K. 



Anthozoa, Korallen, 

sind ausschließlich meerbewohnende Polypentiere, die fast stets 
aufgewachsen und häufig zu Kolonien vereinigt sind. Ein 
mit fleischigen Anhängen "umstellter Mund führt durch ein 
Schlundrohr in die Leibeshöhle. Diese ist durch Septen^ auf- 
rechtstehende, von den Seiten zur Mitte vorspringende Scheide- 
wände in Längskammern geteilt. Bei der Mehrzahl der Ko- 
rallen erhält der Körper eine .Stütze entweder durch einge- 
lagerte Kalkkörperchen oder es bildet sich ein festes Kalk- 
skelett, in dessen Anlage sich der Bau des Weichkörpers 
wiederspiegelt. Die für uns in Betracht kommenden Korallen 
gliedern sich nach der Anordnung der Septen in Hexacoralla 
(die Grundzahl der .Septen ist hier meist sechs) und in Octo- 
coralla (Grundzahl acht). 



Vorkommen und Verbreitung der Korallen in der 
sächsichen Kreide, 

Über das Vorkommen der Korallen in den 
Schichten unserer Kreide gilt im wesentlichen 
das bei den Spongien (iesagte. Bis auf zwei 
seltene, hier nicht in Betracht gezogene Arten 
gehören unsere Korallen sämtlich zu den 
Hexacoralla. 

Taf. I, Placoseris Geinitzi Bölsche. Kommt meist als 

Fig. lo. T^ 1 1 • T 1 

limzelstock vor; Kelch seitlich zusammen- 
gedrückt; Außenseite (Wand) mit abwech- 
selnd gröberen und feineren gekörnelten 
Längsrippen bedeckt. 

Fundorte: Cenonian Plauen, Coschütz. 

Taf. I, Dimorphastraea parallela Reuß sp. DerKorallen- 

^' ■ stock breitet sich flächenförmig aus und 

ist auf der Oberseite leicht gewölbt. Be- 



zeichnend für die Gattung ist die annähernd 
konzentrische xVnordnung" der Kelche um 
einen Stammkelch. 

Fundorte: Cenoman Plauen, Döltzschen. 

Parasmilia centralis Mäntell. Der kegelförmige Taf. I, 
Einzelstock ist häufig leicht gekrümmt; der 
Kelch kreisrund bis oval; die Außenfläche 
(Wand) von regelmäßigen Längsrippen be- 
deckt. Von der Art findet sich neben dem 
Skelett (Fig. 15) nicht selten die Ausfül- 
lungsmasse des Kelches als Pyritsteinkern 
(Fig. 150:). 

Fundorte: Mut. Tiiron Strehlen, Teplitzer Straße, 
Zschertnilz, Weinböhla. 

Synlielia gibbosa Münster sp. Der Korallen- Taf. I, 

^ Fig. 14. 

stock bildet zierliche, verästelte Stämmchen, 

an denen die dichtstehenden, ovalen oder 
runden Kelche mit den grob gekörnelten 
Septen nur wenig hervorragen. Die Zwi- 
schenräume zwischen den einzelnen Kelchen 
sind von feinen geraden Linien ausgefüllt. 

Fundorte: C<?;?o;;2ör7z Gamig Hübel, Dohna K., Groß- 
Sedlitz. 

Psaiiimohelia granulata Bölsche. Korallenstock Taf. I, 

Fio". 12. 

baumförmig mit fein gerauhter Oberfläche. " 
Die 2 — 3 mm großen vorspringenden, scharf 
umrandeten Kelche sind kreisrund, bald 
weiter, bald enger stehend. 

Fundorte: Cenoman Plauen, Döllzschen. 

Astrocoenia Tourtiensis Bölsche. Korallenstock Taf. i, 
flächenförmig ausgebreitet. Die etwas ver- "' ^' 



— 8 — 

tieften, sehr dichtstehenden, vieleckigen 
Kelche besitzen kaum mehr als i mm 
Durchmesser und sind durch erhöhte, ziem- 
lich starke Zwischenwände geschieden. 

Fundorte: Cenoman Plauen. 

Asteroidea, Seesterne, 

sind ausschließlich Meeresbewohner. Der Körper ist flach- 
scheibenförmig, von fünfeckigem Umriß und läuft in fünf meist 
nur kurze Arme aus. Der Mund befindet sich in der Mitte 
der Unterseite; von ihm aus gehen bis zu den Armspitzen 
fünf offene Furchen, aus denen feine, ausstülpbare Schläuche, 
die zur Fortbewegung dienenden Ambulakralfiißchen , aus- 
treten. Kölner und Arme sind sonst von einem Mosaikpanzer 
dicker, vielgestaltiger Kalktäfelchen rings umschlossen. Je 
nacli der Lage unterscheidet man Randplatten, grof^e dicke 
Täf eichen, welche die Peripherie einsäumen; Ambulakral- 
platten, welche die Furchen umkleiden; 0-ralplaiten stehen 
um die Muudöffnung, der übrige Körper wird von Deck- 
platten umkleidet. 

Vorkommen und Verbreitung der Asteroiden in der 
sächsischen Kreide. 

Nach den bisherigen Funden ist das Vor- 
kommen von A. fast ausschließlich auf das 
Cenoman und die Alittelstufe des Turons be- 
schränkt, und zwar in beiderlei Fazies. Während 
aber die Plänerablagerungen nur unzusammen- 
hängende Platten des Kalkpanzers lieferten, 
kennen wir aus den Ouaderschichten wunder- 
bar erhaltene Abdrücke ganzer Tiere. 

Taf. II, Oreaster thoracifer Geinitz. Die Art ist auf 

Fig. 2. 

einzelne Platten begründet. Die Rand- 
platten stellen 2 — 5 mm große unregel- 



mäßig" vierseitige Täfelchen von ca. 2,5 mm 
Dicke dar. Die Oberseite ist fein punktiert 
und trägt eine oder mehrere Warzen. 
Fundorte: Cenoman Plauen, Dohna K. 

Stellaster Plauensis Geinitz. Wie bei der vorigen Taf. 11, 

Fig. I. 

sind vollständige Sterne dieser Art nicht 
bekannt. Der Umriß der Randplatten 
bildet ein Quadrat oder gestrecktes Recht- 
eck mit einer abgeschrägten Ecke. Breite 
und Dicke der Täfelchen ist fast g'leich; 
die Oberfläche ist am Rand feiner, in der 
Mitte gröber punktiert. Warzen fehlen. 

Fundorte: Cenomaii Plauen, Garn ig Hübel, Dohna 
K., Groß-Sedlitz. 



Echinoidea, Seeigel. 

Die ausschließlich im Meere lebenden Tiere sind rings von 
einer kugeligen, ovalen oder tellerförmigen Kapsel umschlossen, 
welche auf der Unterseite {u) die Mundöffnung {rn) trägt. 
Der After (ci) liegt entweder dieser gegenüber im Scheitelpunkt 
der Kapsel (Echinoidei 7-egulares , Fig. I) oder zwischen 
diesem und ^er Mundöffnung (Echinoidei in-egulares, Fig. II). 
Die Kapsel setzt sich zusammen aus fünf meridional ver- 
laufenden Doppelreihen un d u rchb oh r t er Kalktäf eichen 
(Interambtclakr alfelder,- i A) im Wechsel mit fünf durch- 
bohrten Täfeichenreihen [Amhulakralf eider , A). Letztere 
verlaufen entweder bandförmig (Fig. I) vom Scheitel (s) 
zur Mundöffnung, oder sie sind blattförmig (Fig. II) und 
dann auf die Oberseite des Gehäuses beschränkt. Die feinen 
Öffnungen der durchbohrten Täfelchen {p) gestatten den Aus- 
tritt von schlauchförmigen, zur Fortbewegung und zu Tast- 
zwecken dienenden Organen [Arnbulakralfüßchen). Die Be- 
wegungsfähigkeit wird erhöht durch zahlreiche Stacheln (Fig. III), 
die auf größeren und kleineren Warzen (w) der Kalktäfelchen 
gelenkig sitzen. 




a 



Ä 



Fig. I. Regulärer Seeigel. 



-lA 



--■k 



Fig. III. 
Stachel. 

k = Körpe 
c = Hals 




IL 

Fig. II. Irregulärer Seeigel. 



H—I/^ = Höhe 
Z — Z^ =^ Länge 

o = Oberseite 
u = Unterseite 
h = Hinterseite 
v = Vorderseite 
s = Scheitel 
a = Lage des Afters 
w = Lage des Mundes 
A = Ambulakralfelder 
!'A = Interambulakralfelder 
/ = Porenpaar eines 

A-Täfelchens 
w =^ Stachelwarze 



I£ 



Lr 



H, 



— II — 

Vorkommen und Verbreitung der Echinoideen in 
der sächsischen Kreide. 

Von ca. 40 aus der sächsischen Kreide 
bekannten Seeigelarten kommen 20 im ceno- 
manen Planer vor; von einigen kennen wir in- 
dessen nur Bruchstücke, wie isolierte Täfelchen 
oder Stacheln. Etwa 1 2 Arten lieferte der Pläner- 
kalk von Strehlen. In den übrigen Schichten 
sind Seeigel gleichmäßig' ziemlich selten. Im 
Cenoman herrschen reguläre Seeigel vor, im 
Turon bilden irreguläre Formen die Mehrheit. 

Cidaris (Dorocidaris) vesiculosa Goldfuli Ganze Taf. II, 

Fig. 3. 

Gehäuse der Art sind noch nicht gefunden ; 
auch zusammenhängende Täfeichenreihen 
(Fig. 3) bilden große Seltenheiten. Nicht 
selten sind die isolierten, mit großen und 
kleinen Stachelwarzen versehenen Interam- 
bulakraltäfelchen ; sehr häufig die Stacheln 
(Fig. 30, b). Ihre Größe schw^ankt zwischen 
5 — 30 mm. Allen gemeinsam ist ein kurzer 
Hals, ein mehr oder weniger schlanker, 
geriefter Körper, der in der Mitte leicht 
aufgetrieben sich nach der Spitze zu meist 
verjüngt, seltener stumpf als Krone (Fig. 3 b) 
endet. 

Fundorte: Cenoman Oberaii, Zschonermühle, ScliuU- 
witz, Plauen, Döltzscheii, Coscliütz, Gamig Hübel, 
Dohna K. u. B., Groß-Sedlitz, Oberhäßlich, Dippol- 
diswalde, Schlottwitz, Niedergrimd. 

Cidaris (Tylocidaris) Stroinbecki Desor (Cidaris x^f. II, 
Dixoni). Es sind von dieser Art nur die '^' 5" 



Stacheln bekannt; bezeichnend ist für sie 
ein stark geblähter, mit Schuppen verzierter 
Körper, der im Aussehen an einen Tannen- 
zapfen erinnert. 

Fundorte: Cenoman Plauen, Coschütz. 

Taf. II, Citlaris Sorigneti Desor. Man kennt von der 

Fig. 4. 

Art nur die Stacheln. Diese besitzen 
kurzen, verhältnismäßig dünnen Hals und 
kugeligen, ei- oder herzförmigen Körper 
mit gekörnelten, unregelmäßig verlaufen- 
den Längsrippen. C. Sorigneti ist ein Leit- 
fossil für das Cenoman und die neben C. 
vesiculosa verbreitetste Seeigelart. 

Fundorte: Cenoman Plauen, Gamig Hübel, Groß- 
Opitz, Zeschnig, Dohna K., Groß-Sedlitz, Keibler- 
berg. 

Taf. II, Phymosoma (Gautliieria) radiatuni Sorignet sp. 

Fig. 6. 

(Cyphosoma radiatum). Kleine, oben und 

unten stark abgeplattete Art (s. Fig. 6«) 

mit großer Mund- und Afterlücke. Ambu- 

lakra wenig schmäler als Literambulakra. 

Fundorte : Mitt. Ttiron Strehlen , Teplitzerstraße, 
Weinböhla. 

Taf. II. Cotliopsis Doma Desmarets sp. kommt in Größen 
Fig. 7. 

bis zu 35 mm vor. Das kug'elige, auf der 

Mundseite abgeplattete Gehäuse erscheint 

von oben gesehen fast vollkommen glatt; 

nur auf der Unterseite treten größere 

Stachelwarzen auf, die in Form eines 



_ 13 — 

Sternes angeordnet, von der gerundet fünf- 
eckigen Mundöffnung ausstrahlen (Fig. 7«). 

Fundorte: Cenojnan Plauen, Coschütz. 

Pyrina Des Moulinsi d'Archiac. Als Unter- Taf. ir, 

Fig. 8. 
Scheidungsmerkmal für die Art kann die 

Lage des herzförmigen Afters (Fig. 8) gelten, 
welcher derart an der hinteren Randfläche 
liegt, daß er beim Aufblick auf den Scheitel 
gerade noch gesehen wird. Bei der ähn- 
lichen, nur kleineren Pyrina inflata 
d'Orbigny befindet sich der After dem 
Scheitel genähert mehr auf der Oberseite 
des Gehäuses. 

Fundorte: Cenojnan Plauen, Coschütz. 

CatopygusAlbensisGeinitz findet sich ausschließ- Taf. Il, 

Fig. 9. 
lieh als Steinkern in der Ouaderfazies. Ge- 
häuse annähernd halbkugelig; der Mund 
liegt wenig vor dem Mittelpunkt der ab- 
geplatteten Unterseite (Fig. c^a). Die Lag-e 
des Afters ist durch einen nasenförmigen 
Vorsprung auf der Hinterseite bezeichnet 
(Fig. 9, 9*5). 

Fundorte: Cenoman Dohna B. , Obcrhäßlich; Unt. 
Turon Kninitzwand; Mitt. Tiiron Liebethaler- 
grund, Königsnase, Rathen, Königstein, Postelwitz, 
Langenhennersdorf ; Senon Herrenleithe. 

Holaster planus Mantell sp. Von den ziemlich Taf. ii, 
breiten, bandförmigen iVmbulakra liegt das ''' 
vordere in ganz flacher Furche, die übrigen 
sind nicht versenkt. Der After liegt in 
der Mitte der gewölbten Hinterseite, der 



— 14 — 

Mund nahe dem Vorderrand der abgeplat- 
teten Unterseite. 

Fundorte: Mitt. Tiu-on Weinböhla, Strehlen, Tep- 
litzerstraße, Wesnitzgrund. 

Taf. II, Cai'diastei' Anancliytjs Leske sp. Ambulakra 
Fig. 1 1 . 

bandförmig; das vordere Ambulakrum ist 

in einer tiefen, kantig begrenzten Rinne 

eingesenkt, die, am Scheitel flach beginnend, 

sich gegen den Rand hin vertieft. Die 

übrigen A. sind nicht versenkt. C. An- 

anchytis ist nur als Steinkern aus der 

Quaderfazies bekannt. 

Fundorte: Al/'tf. Tiiron Königstein, Schandau; Serion 
Wehlen. 

Taf. II, Micraster cor testudinariuiii Goldfuß. Ambu- 

Fig. 12. 

lakra blattförmig; das \'ordere liegt in einer 
flachen Rinne; von den übrigen vier gleich- 
falls vertieften Ambulakra ist das vordere 
Paar etwas länger als das hintere. Je nach 
dem Alter ist die Gestalt des Gehäuses 
Schwankungen unterworfen ; Jugendformen 
(Fig. 12 b) erscheinen kürzer und höher, 
im Umriß eckiger gegenüber den herz- 
förmiggerundeten und im Verhältnis zur 
l^änge weniger hohen ausgewachsenen 
Formen (Fig. 12). M. cor testudinarium 
war der häufigste .Seeigel im Plänerkalk 
von Strehlen. 

Fundorte: Mitt. Titron Weinböhla, Strehlen, Birk- 
witz, Copitz, Krietzschwitz. 



— 15 — 
Hemiaster sublacimosiis Geinitz. Wie bei der Taf. ii, 

Fig. 13. 

vorhergehenden Art sind die blattförmigen 
Ambulakra vertieft. Das vordere, unpaare, 
liegt in einer seichten Rinne. Das hintere 
Ambulakralpaar ist wesentlich kürzer als 
das vordere. H. sublacunosus ist nur als 
Steinkern aus dem Quader bekannt. 

Fundorte: Mut. Ttiron Rathen, Königstein u. a. 



ßrachiopoda, Armfüßler, 

sind ausschließlich Meeresbewohner, deren Weichteile von zwei 
kalkigen bzw. kalkighornigen Schalen umschlossen werden. Dieser 
Umstand verleiht ihnen eine äußerliche Ähnlichkeit mit den 
Muscheln; ihrem inneren Bau nach sind sie mit den Bryozoen 
imd Würmern näher verwandt als mit jenen. In normaler 
Stellung (Fig. IV a) liegt die größere der beiden Schalen unten 
— g^'oße Klappe.^ Bauch- oder Venlralklappe (v k) — ; sie 
ist meist stärker gewölbt und trägt an ihrem hinteren Ende, 
dem Wirbel oder Schnabel (w), eine Öffnung, die Schnabel- 
ö-ffmmg {s), zum Austritt eines Stieles, vermittels dessen 
sich das Tier anheftet. Die oben liegende Schale — kleine 
Klappe, Rücken- oder Dorsalklappc (dk) — ist meist flacher 
und kleiner. An ihrer Innenseite sind — häufig an zarten 
kalkigen Gerüsten aufgehängt — die gerollten Armkiemen 
(daher der Klassenname) befestigt. Bei einer Gruppe der Br. 
{Articidata oder Testicardines) öffnen sich die Schalen am 
Stirnrand (st) vertikal, am Schloßrand {sc) in einer Art 
Charnier zusammengehalten ; bei einer anderen Gruppe {Inarti- 
cnlata oder Ecardines) liegen die Schalen lose aufeinander 
und verschieben sich beim Öffnen in horizontaler Richtung. 
Öffnen und Schließen geschieht durch Muskelzug. 



Crinoideeji , Seelilien , besitzen in der Fauna der 
sächsischen Kreide nur eine ganz untergerodnete Bedeutung. 
Die bisherigen dürftigen Funde beschränken sich auf isolierte 
Stielglieder, welche derart selten sind, daß sie hier außer acht 
gelassen werden können. 



— i6 




si "^ st 

Big. IV a. 
Rückenansicht. 




Fig. IV c. 
Stirnansicht. 




Fig. IV b. 
Seitenansicht. 

JI — H^ = Länge 

H (hinten), 11^ (vorn) 

B—£^ = Breite 

D—D^ = Dicke 

dl' = Dorsalklappe (Rücken- 
oder kleine Klappe) 

v/e = Ventralklappe (Bauch- 
oder große Klappe) 

sc — sc = Schloßrand (Hinter- 
rand) 



s/^ — st = Stirnrand (Vorderrand) 

7C' = Wirbel oder Schnabel der vk 
s = Schnabelöflnung der 7'k 

a = Area (das Feld zwischen Wirbel und Schloßrand) 
r = Kommissur (die Linie, in der i'k und dk einander 
aufliegen). 



Vorkommen und Verbreitung der Brachiopoden in 
der sächsischen Kreide. 

Die überwieg'ende Mehrheit der sächsischen 
Kreide- Brachiopoden fällt auf das Cenoman, wo 
sie in der Klippenfazies in besonders großer 
Individuenzahl auftreten. Das Turon ist in 
seiner Unter-(Labiatus-) und seiner Ober-(Cu- 
vieri-)Stufe arm an Brachiopoden, während die 
Mittel-(Brongniarti-)Stufe besonders in der Plä- 
nerfazies bezeichnende Formen aufweist. Mit 



— 17 — 

Ausnahme einer Gattung, Crania, gehören unsere 
sämtlichen Brachiopoden zur Gruppe der Arti- 
culata (Testicardines). 

Terebratula semiglobosa Sowerby ist in ihrem Taf. Iii, 

Fig. I . 

Vorkommen auf die Plan erfazies beschränkt. 
Ein gutes Unterscheidungsmerkmal ande- 
ren Terebratula-Arten gegenüber ist ein 
stark eingekrümmter, spitz zulaufender 
Wirbel mit feiner Schnabelöffnung. 

Fundorte: Mitt. Turon Weinböhla, Strehlen. 

Terebratula phaseolina Lamarck ist in der Pläner- Taf. iii, 

Fig. 2. 

wie Quaderfazies des Cenomans heimisch. 
Der Umriß der nur wenig gewölbten Klap- 
pen ist mannigfaltig: kreisförmig, oval oder 
fünfeckig gerundet. Wirbel meist niedrig, 
w^enig gekrümmt, mit weiter Schnabelöff- 
nung versehen. 

Fundorte: Cenoman Plauen, Döltzschen, Coschütz, 
Gamig Hübel, Bannewitz, Welschhufe, Hetzdorf, 
Niederschöna, Dohna K., Tyssa, Keiblerberg. 

Terebratula biplicata Sowerby ist häufig in der Taf. in, 

Fig. 3- 

Pläner-, seltener in der Quaderfazies des 
Cenomans. Im Jugendzustand unterscheidet 
sie sich von der vorigen Art durch stärker 
gekrümmten Wirbel, ausgewachsen ist sie 
schon durch ihre Größe (Länge bis 8o mm) 
mit keiner andern Brachiopodenart zu ver- 
wechseln. 

Fundorte: Cenoman Oberau, Plauen, Döltzschen. 
Wand er er, Tiorvorsteiiierunf;eii. 2 



Taf. III, Terebratiilina rigida Sowerby sp. und Terebra- 

Fig. 4. 

tulina gracilis Schlotheim sp. Beide Arten 
sind im Durchschnitt nicht größer als 
ca. 3 mm. Die stark g"e wölbte große 
Klappe legt sich der flachen kleinen 
Klappe in ebener Kommissur auf. Der 
Schloßrand ist bei T. rigida gerade, bei 
T. gracilis winkelig gebogen. 

Fundorte: Mitt. Turon Weinböhla, Strelilen, Tep- 
litzerstraße, Zschertnitz, Räcknitz. 

Taf. III, Terebratiilina striatula Mantell sp. Die beider- 
seits schwach gewölbten Schalen schließen 
in einer ebenen oder am Stirnrand nur 
leicht eingebuchteten Kommissur. Bei 
Jugendformen stehen die fein gekörnelten 
Rippen in größeren Abständen, bei älteren 
Formen erscheint die Berippung durch 
eingeschobene Leisten dichter. 

Fundorte: Cenoman Oberau, Plauen, Gamig Hübel, 
Dohna K. ; Mi'tf. Turon Weinböhla, Strehlen. 

Taf. III, Rhynchoiiella Mantelliana Sowerby sp. Kleine, 

Fig. 7. 

nicht über 10 mm lange Form von ge- 
ringer Dicke mit ca. 18 ziemlich weit 
stehenden, scharfkantigen Rippen. 

Fundorte: Cenoman Plauen. 

Taf. III, Rhynchonella Grasiana d'Orbigny sp. unter- 
scheidet sich von der vorhergehenden 
und nachfolgenden Art durch die kugelig 
aufgetriebene Gestalt und feinere Berip- 



— rg — 

pung. Schnabelöffnung klein, rund; kleine 
Klappe stärker gewölbt als die große. 

Fundorte: Cenoman Plauen. 

Rhynchonella compressa Lamarck sp. Für die Taf. iil, 

Fig. 9. 
im Umriß äußerst veränderliche Art ist 

neben dem unsymmetrischen Bau vorzüg- 
lich bezeichnend der hohe, spitz ausgezogene 
Wirbel mit scharfen Arealkanten und einer 
in allen Altersstufen großen, ovalen Stiel- 
öffnung. Rh. compressa findet sich im 
Quader nicht selten und ist im Pläner die 
häufigste Brachiopodenart des Cenomans. 

Fundorte : Cenoman Oberau , Zscheila , Meißen, 
Plauen, Döltzscben, Coschütz, Goppeln, Prinzen- 
höhe, Goldene Höhe, Babisnau, Dohna K. und B., 
Wendischcarsdorf, Oberhäßlich, Niedergrund. 

Rhynchonella plicatilis Sowerby ist in der Taf. ill, 

Fig. 6. 
Pläner- wie Quaderfazies des Mittel-Turons 

verbreitet; neben höherem Lager unter- 
scheidet sie sich von der vorhergehenden 
Art durch feinere Berippung und durch 
kürzeren, stärker gekrümmten Wirbel mit 
kleiner runder Schnabelöffnung. 

Fundorte: Unt. Turon Groß-Cotta, Bielagrund; 
Mitt. Ttiron Weinböhla, Strehlen, Posta, Porsch- 
dorf, Schandau, Krippen, Postelwitz. 



Crania gracilis Münster gehört zu den wenigen Taf. iil, 

Fig. 10. 

schloßlosen Brachiopoden der sächsischen 
Kreide; die eigentümliche Zeichnung auf 



der Innenseite der Schale (Fig. loa) rührt 
von den Ansatzstellen der Schließ- und 
Öffnungsmuskeln her. 

Fundorte: Cenoman Plauen, Golberode. 



Vermes, Würmer. 

Unter den Würmern sind es einzig die in der Erde, im Süß- 
oder Meerwasser lebenden Annelidae = Ringelwibyner (der 
Regenwurm gehört hierher), von denen wir fossile Vertreter 
kemien. Wir verdanken dies dem Umstand, daß einige von 
ihnen, die Tubicolae, eine kalkige Röhre ausscheiden. Unsere 
als Serptilae bezeichneten Wurmröhren gehören hierher. 



Vorkommen und Verbreitung der Würmer in der 
sächsischen Kreide. 

Je nach Form und Querschnitt der Röhren 
lassen sich in der sächsischen Kreide i6 Ser- 
pulaarten unterscheiden, welche in ihrer Ver- 
breitung im wesentlichen auf die Plänerfazies 
des Cenomans und Mittelturons beschränkt sind. 
Nur Serpula gordialis, S. septemsulcata, ,S. 
Trachinus kommen auch in der Quaderfazies 
vor, wo besonders die erstgenannte Art stellen- 
weise massenhaft auftritt (Serpulasand von 
Bannewitz). 

Tai. ni, Serpula gordialis Schlotheim. Die im Quer- 
schnitt runden, i — 2 mm starken Röhren 
sind unregelmäßig gekrümmt, an den 



ßryozoen scheiden aus den für die Foraminiferen 
geltenden Gründen aus unseren Betrachtungen aus. 



— 21 

Enden zu Spiralen oder zu wirren Knäueln 
zusammen gerollt. 

Fundorte: Cenoman Kleinnaiindorf , Prinzenhöhe, 
Bannewitz, Spechtshausen, Hetzdorf, Niederschöna; 
Mitt. Turon Weinböhla. 

Serpula Ootatoorensis Stoliczka. Glatte, un- Taf. ill, 

Fig. 1 1 . 

regelmäßig gewundene Röhren von gleich- 
bleibender Stärke (ca. 6 rnm) und rundem 
bis elliptischem Querschnitt. 

Fundorte: Cenoman Plauen, Coschütz, Zscheila. 

Serpula macropus Sowerby. Die schlangen- Taf. ill, 

Fig. 14. 

förmigen, im Querschnitt dreieckigen 
Röhren sind mit breiter Fläche aufge- 
wachsen. 

Fundorte: Mitt. Turon Weinböhla, Strehlen. 

Serpula septemsulcata Reich u. Cotta. Die Taf. Iii, 

Fig. 12. 

ca. 20 mm langen, konisch verlaufenden 
Röhren sind hörn- oder sichelförmig ge- 
krümmt und mit sieben kräftigen, scharf- 
kantigen Rippen verziert. 

Fundorte: Cenoman Oberau, Klotzsche, Zschoner- 
mühle, Coschütz, Kleinuaundorf, Kauscha, Hetz- 
dorf, Dohna B., Dippoldiswalde, Schlottwitz. 



Lamellibranchiata, Muscheln, 

leben ausschließlich im Wasser; ein Teil ist freibeweglich, die 
Mehrzahl verankert sich mittels Haftfäden oder ist festge- 
wachsen. Der Weichkörper wird von einer rechten und linken 
Kalkschale imischlossen. Die Schalen liegen am verdickten 
oberen Rand, dem Schloßraiid (sc) einander an und werden 
durch ein elastisches Band zum Klaffen gebracht. Das Schließen 
der Schalen geschieht durch Muskelzug. Die Muskeln (;«), 
entweder ein großer hinterer (Fig. V w) oder zwei seit- 
liche (Fig. VI u. VII ;«,, 7«.,) hinterlassen im Schaleninneren 
Eindrücke. Um seitliches Verschieben der Schalen zu ver- 
hindern, greifen bei vielen Formen (Fig. VI, VII) am Schloß- 
rand zapfenförmige Wucherungen (s,), horizontal oder vertikal 
gestellte Leisten [z^) (Schloßzäkne) auf der einen in ent- 
sprechende Gruben oder Rinnen der anderen Schale (Zahn- 
griibeii). Die Schalen werden von häutigen, die Organe des 
Tieres umhüllenden Mantellappen ausgeschieden. Unter 
dem Schloßrand sind diese Lappen stets verwachsen, am 
gegenüberliegenden Stirnrand {st) und den Seitenrändern (/) 
können sie klaffen oder teilweise verwachsen sein. Im ersteren 
Fall entsteht in der Schale eine konvexe, dem Stirnrand an- 
nähernd parallele Linie (ganzrandige Mantellhiie Fig. VI j?'); 
im zweiten Falle weist diese Linie hinten eine zungenförmige 
Einbuchtung auf [eingebjichtete Mantellinie Fig. VII ss). 
Muskeleindrücke, Art der Bezahnung, Mantellinien sind für 
die Bestimmung und Gruppierung der Muscheln von größter 
Wichtigkeit. Der Name der Klasse Lamellihranchiata (Kiemen- 
blätter) weist auf die Gestalt der Atmungsorgane hin, die noch 
gebräuchliche Bezeichnung Pelecypoda auf den beilförmigen, 
muskulösen Fuß. 



23 



H 




sc 




sc 




st 
Fig. VII. 



^1 

Fig. V. 
Rechte Schale von 
außen (Pecten). Lage 
des Muskels ange- 
deutet. 

Fig. VI. 

Linke Schale von 

innen (Area). 

Fig. VII. 

Rechte Schale von 

innen (Venus). 



//— //i = Höhe 
L — Zj = Länge 
sc = Schloßrand (Ober- 

raud) 
st = Stirurand(Unterraiid) 
/ = Seitenränder 
/j = HinteiTand 
/g = Voi'derrand 
w = Wirbel 
Ol = hinteres Ohr 
Oo = vorderes Ohr 
c = Anwachslinien (kon- 
zentrische Richtung) 
7- = Rippen (radiale 

Richtung) 
li — Feld oder Grube für 
d. elastische Band 
(Ligament) 
2 = Zähne und Zahn- 

grubeu am sc 
m = Muskeleindi'ücke 
(wzi hinterer, 
m^ vorderer Muskel) 
st = ganzrandige Mantel- 

liuie 
s-i = eingebuchtete Man- 
tellinie 



24 



Vorkommen und Verbreitung der Lamellibrancliiaten 
in der sächsischen Kreide. 

Die Lamellibrancliiaten bilden mit gegen 
i6o Arten den Grundstock in der Tierwelt der 
sächsischen Kreidemeere. Doch tritt hierbei 
weniger die große Artenzahl hervor, als die 
Individuenmenge einzelner Formen. Im Ceno- 
man sind es besonders die kalkig-mergeligen 
Schichten (Plänerfazies), die durch ihren Reich- 
tum an Muscheln, und zwar vorzüglich an auf- 
gewachsenen Arten, ausgezeichnet sind. In 
der Unterstufe des Turons erweist sich die 
Ouaderfazies reicher an Lamellibranchiaten als 
der Pläner, während umgekehrt im Mittel- 
und Oberturon die Plänerfazies, besonders 
der Plänerkalk von Strehlen, sowohl durch die 
Zahl, wie durch die Mannigfaltigkeit seiner 
Formen bekannt ist. Ein nicht unbedeutender 
Prozentsatz cenomaner Arten lebt im Turon 
weiter. Der Erhaltungszustand unserer Muscheln 
gestattet nur in wenigen Fällen die Beobach- 
tung des Schaleninneren bez. des Schlosses, 
weshalb im folgenden von diesem so wich- 
tigen Kriterium meist Abstand genommen 
werden mußte. 

Taf. IV, Avicula giabra Reuß. [Bezeichnende Merkmale 

Fig. I. 

für die Gattung xAvicula sind: ungleiche 
Wölbung der stark ungleichseitigen Schalen, 
langer, gerader Schloßrand, dessen hintere 



_ 25 — 

Seite nach unten zu einem großen, breiten 

Flügel, dessen vordere Seite zu einem 

kurzen Ohr ausgezogen ist.] A. glabra: 

Länge wenig größer als Höhe. 

Fundorte: Cenoman Gorbitz, Coschütz, Goppeln, 
Cunnersdorf; Mitt. Turon Strehlen. 



Aviciila anomala Sowerby. Wesentlich größer ^af. iv. 

Flg. 2. 

als vorige; stark quer verlängert. Länge 
bedeutend größer als Höhe. 

Fundorte: Cenoinan Ockerwitz, Schlottwitz, Cunners- 
dorf, Tyssa i. B. 



Stegoconcha Neptuni Goldfuß sp. (M3^tilus Nep- ^^f. iv, 
tuni) gehört zu den größten und auffallend- 
sten Muscheln des cenomanen Quaders und 
kann mit keiner anderen verwechselt werden. 
In der Plänerfazies ist sie selten und meist 
stark verdrückt, doch liefert auch hier die 
grob gerunzelte Vorderseite ein gutes Er- 
kennungsmerkmal für die Art. 

Fundorte: Cejioman Plauen, Nöthnitz, Gittersee, 
Kleinnaundorf, Goppeln, Prinzenhöhe, Goldene 
Höhe, Rippien, Cunnersdorf; Unt. Turon Plauen 
(Bossecker Ziegelei). 

Pinna Cottai Geinitz. [Die Gattung Pinna, Taf. iv, 

Ficr 4 

die sich durch dreieckige bzw. dolchförmige "' 
Gestalt auszeichnet, bevorzugt die Quader- 
fazies, wo sie in Größen bis über 30 cm 
vorkommt; im Pläner weist sie zumeist nur 
kümmerliches Wachstum auf.] Das auf- 
fallendste Merkmal für P. Cottai ist ihre 



— 26 ^ 

bedeutende Breite: unregelmäßige An- 
wachsstreifen und schwache Radialrippen 
treten bei der ausschließlich als Steinkern 
erhaltenen Form nur wenig hervor. 

Fundorte: Cetiomcui Malter, Oberhäßlich; Unt. 
Tiiron Rottwefndorf, Groß-Cotta; Mitt. Tztron 
Rathen, Königstein. 

Taf. IV, Pinna decussata Goldfuß. Als P. decussata 

Fig. 5. 

bezeichnet man mittelbreite, gerippte For- 
men mit kräftigen, runzeligen Anwachs- 
streifen, vorzüglich aus dem Cenoman, 
unteren und mittleren Turon. Unter Pinna 
cretacea Schlotheim werden die schlankeren 
Formen aus dem Turon und Senon zu- 
sammengefaßt, bei denen die Anwachs- 
streifen auf das obere Drittel beschränkt 
erscheinen. 

Fundorte für P. decussata: Cenoman Coschülz, 
Gittersee, Prinzenhöhe, Goldene Höhe, Hetzdorf, 
Dippoldiswalde, Keiblerberg, Hintertellnitz; Unt. 
Tiiron Rottwerndorf, Groß-Cotta, Kninitzwand; 
Mitt. Ttivou Porschdorf, Lilienstein; 

für P. cretacea: Unt. Turon Gottleiibatal, Kninitz- 
wand; Mitt. T7iron Postelwilz; Senon Herren- 
leithe, Wehlen, Rathen. 

Taf. IV, Inoceramus bolieinicus Leonhardt (Inoceramus 

Fiii. 6. 

striatus). [Gemeinsame Merkmale unserer 
Inoceramen, die für die Gliederung der 
sächsischen Kreide größte Bedeutung be- 
sitzen, sind: ovaler oder längsovaler Um- 
riß, gerader Schloßrand, Wirbel am oder 
nahe dem vorderen Ende; Hinterseite häufig 
flügelartig ausgebreitet; konzentrisch ver- 



— 27 — 

zierte Schalen.] L bohemicus: Schalen un- 
gleichklappig, hoch gewölbt ; Wirbel schl an k, 
leicht gedreht und übergreifend. Schloß- 
rand kurz, gerade, mit dem hinteren Schalen- 
rand einen stumpfen Winkel bildend. Be- 
rippung bald regelmäßig konzentrisch, bald 
grob runzelig. I. bohemicus ist Leitfossil 
für das Cenoman. 

Fundorte: Cenoman Gorbitz, Zschonermühle, Ocker- 
witz, Prinzenhöhe, Goldene Höhe, Spechtshausen, 
Hetzdorf, Dohna B., Oberhäßlich, Dippoldiswalde, 
Schlottwitz, Langenhennersdorf, Tyssa, Keiblerberg. 

Inoceramus labiatus Schlotheim. Schalen quer- Taf. IV, 

Fig. 7. 
verlängert, gleichklappig, mit leicht ein- 
wärts gekrümmten Wirbeln; Verzierung 
aus abwechselnd gröberen und feineren 
Anwachslinien bestehend. Neben der ab- 
gebildeten zungenförmigen Form kommen 
auch breit-ovale Varietäten vor. I. labia- 
tus ist Leitfossil für das Unterturon. 

Fundorte: Unt. Turon Böhla, Gauernitz, Nieder- 
wartha , Cossebaude , Kemnitz , Brießnitz a. E., 
Cotta, Leutewitz, Leubnitz, Gottleubatal. 

Inocei'aiims Brongniarti Sowerby. Sehr be- Taf. IV, 

Fig. 8. 
zeichnend für diese Art ist der deutlich 

abgesetzte Flügel der hinteren Schalen- 
seite, welche mit dem geraden und langen 
Schloßrand ungefähr einen rechten Winkel 
bildet. Die Berippung besteht bei Jugend- 
formen (Fig. 8«) aus schwächeren, bei er- 
wachsenen Individuen (Fig. 8) aus sehr 



groben konzentrischen Runzeln. I. Brong- 
niarti ist Leitfossil für das Mittelturon. 

Fundorte: Mitt. Tttron Weinböhla, Strehlen, Zschert- 
nitz, Teplitzer Straße, Porschdorf, Krietzschwitz, 
Schandau, Postelwitz, Krippen, Hoher Schneeberg. 

Taf. IV, Inoceramus latus Mantell. Schalen gleichklappig, 

Fig. 9. 

schwach gewölbt mit kaum vortretenden 
Wirbeln; V^orderrand gerade. Die Berip- 
pung besteht aus unregelmäßig runzeligen 
Anwachsstreifen, die in der Mittellinie eine 
gerundete Knickung aufweisen. 

Fundorte : Mift. T^iron Strehlen, Teplitzer Straße, 
Zschertnitz; Ob. Titron Zatzschke. 

Taf. IV, Inoceramus Cuvieri Sowerby unterscheidet sich 

Fig. IG. 

von der vorigen Art durch geschweiften 
Vorderrand, der mit dem Schloßrand einen 
stumpfen Winkel bildet. Die Berippung 
besteht aus gröberen konzentrischen Run- 
zeln, deren Zwischenräume mit feineren 
■ Anwachsstreifen bedeckt sind. 

Fundorte: Wie oben. 

Taf. V, Lima canalifera Goldfuß. [Gattungsmerkmale 

Fig. I. 

für Lima: Umriß oval oder schiefoval, nach 
vorn verbreitert; Schloßrand kurz, gerade, 
mit sehr kleinem vorderen und größerem 
hinteren Ohr; Schalen glatt, konzentrisch 
oder radial verziert] L. canalifera: das 
Verhältnis von Schalenhöhe und Breite ist, 
wie die Dichte der Berippung (25 im Mittel), 
ziemlich schwankend. L. canalifera ist be- 



sonders für den Brongniarti-Quader be- 
zeichnend. 

Fundorte: Mitt. Titron Strehlen, Liebethalergrund, 
Wesnitzgrund, Ober- Vogelgesang, Rathen, Porsch- 
dorf, Schandau, Postelwitz, Krippen, Hinterherms- 
dorf, Hoher Schneeberg; Senon Herrenleithe. 

Lima elongata Geinitz (non Sowerby). Schloß- Taf. V, 

Plg. 2. 

rand kurz, gerade; beiderseits des Wirbels 
kleine Ohren; Vorder- und Hinterrand steil 
abfallend. Die Rippen sind bei den säch- 
sischen Formen bald scharfkantig, bald 
gerundet. 

Fundorte: Unt. Ttiron Plauen (Bossecker Ziegelei), 
Gostritz; Mitt. Turon Strehlen, Zschertnilz, Tep- 
litzer Straße, Krietzschwitz, Hoher Schneeberg. 

Lima pseudocardiiim Reuß. Schalen stark ge- Taf. v, 

Fig. 3. 

Wölbt, mit spitzen, über den Schloßrand 
ragenden Wirbeln ; Ohren kurz, meist ab- 
gestoßen. Die Rippen stehen bei jugend- 
lichen Formen weiter, bei älteren dichter. 

Fundorte: Cenoman Zschonermühle , Ockerwitz, 
Plauen, Coschütz, Gittersee, Prinzenhöhe, Goldene 
Höhe, Sobrigau, Schullwitz, Hetzdorf, Schlottwitz, 
Tyssa; Urit. Turon Brießnitz, Rottwerndorf, Groß- 
Cotta; Mitt. Tiron Strehlen, Copitz, Krietzschwitz, 
Hoher Schneeberg. 

Lima Plauensis Geinitz. Umriß und Wölbung Taf. V, 

Fig. 4. 

wie bei voriger; die Verzierung besteht 
aus 10 — 15 dachförmigen, auf den Kanten 
gekörnelten Rippen, deren Zwischenräume 
mit dichten Anwachsstreifen ausgefüllt sind. 
Fundorte: Cenonmji Plauen, Kauscha. 



— 30 — 
Tar. V, Lima (Plagiostoma)cretacea Wood (Lima HoperiV 

Fig. 5. _ 

Höhe gleich oder größer als Länge. Schale 
und Steinkern fein radial gestreift. 
Fundorte: Mut. Turon Weinböhla, Strehlen. 

Taf. V, Lima (Plagiostoma) Hoperi Mantell (Lima So- 

Fig. 6. 

werbyi). Höhe stets kleiner als Länge; 

Schalen glatt, glänzend. 

Fundorte: MM. Turon Weinböhla, Strehlen, Tep- 
litzer Straße, Krietzschwitz, Hoher Schneeberg. 

Taf. V, Pecteii (Chlamys) elong-atiis Lamarck. [Gemein- 
same Merkmale unserer Pektenarten sind 
gleichseitige, meist radial und konzentrisch 
verzierte, seltener glatte Schalen von ovalem, 
gegen den Wirbel spitz zulaufendem Um- 
riß; Schloßrand gerade, mit großen Ohren.] 
P. elongatus: linke Schale etwas höher 
gewölbt als rechte; hintere Ohren kurz, 
vordere, besonders bei der rechten Schale, 
groß, flügelartig und an der Basis ausge- 
schnitten. (Merkmale für die Untergattung 
Chlamys.) In der Verzierung wechseln 
stärkere und schwächere Rippen mit 
schuppiger Oberfläche. Am Steinkern sind 
die Rippen weniger scharf und die Furchen 
schmäler als bei dem ähnlichen P. acumi- 
natus Geinitz. 

Fundorte: Cenonian Oberau, Plauen, Döltzschen, 
Coschütz, Gamig Hübel, Kleinnaundorf, Kauscha, 
Dohna ß., Groß-Sedlitz. 

Taf. V, Pecten (Chlamys) aciiminatus Geinitz unter- 

Fig. 8. 

scheidet sich von der vorigen Art durch 



— 31 — 

schlankere Gestalt und meist bedeutendere 
Größe (Höhe bis über lo cm). Die Sehale 
trägt gegen 23 gleichstarke, hochgewölbte, 
gekerbte Rippen; bei dem häufiger ge- 
fundenen Steinkern besteht die Berippung 
aus schmalen, scharfen Leisten und tiefen, 
breiten Furchen. 

Fundorte: Cenoman Plauen, Döltzschen, Coschütz, 
Kleinnaundorf, Oberhäßlich, Tyssa. 

Pecten (Clilamys) Galliennei d'Orbigny. Schalen- Taf. v, 

Fig. 8 a. 
umriß wie bei P. elongatus, nur etwas 

breiter; vorderes Ohr der linken Klappe 
radial gerippt. Die breiten aber seichten 
Furchen zwischen den abwechselnd grö- 
beren und schwächeren Rippen zeigen 
schwache Diagonalstreifung. 

Fundorte: Cenomaii Plauen. 

Pecten (Chlainys) Rhotomagensis d'Orbigny. Taf. v, 

Fig. 9. 

Wie bei der vorigen, mit der sie auch 
den Umriß gemeinsam hat, sind die Schalen 
von feinen, meist nur auf der Vorder- und 
Hinterseite deutlich sichtbaren Diagonal- 
streifen bedeckt, über welche dichtstehende 
Radialrippen laufen. 

Fundorte: Cenoman Plauen, Dohna K. 

Pecten (Camptonectes) curvatus Geinitz. An Taf. v, 
der linken Schale Ohren fast gleichförmig; 
an der rechten hinteres Ohr klein, drei- 
eckig, vorderes lang, schmal. Die sich 
gabelnden Rippen verlaufen von einer 



_ 32 — 

gedachten Mittellinie aus strahlig nach den 
Seitenrändern zu. (Camptonectes-Merkmal.) 

Fundorte: Cenoma?i Oberan, Weißig, Goppeln; Unt. 
Turon Niederwartha; Mitt. Turon Strehlen, 
Krietzschwitz , Schneeberg; Oh. Turon Walk- 
mühle bei Pirna. 

Taf. V, Pecten (Entolium) niembranaceus Nilsson. [Ento- 

Fig. II. 

lium-Merkmal: Schalen flach gewölbt, glatt 
mit gleichgroßen Ohren.] P. membranaceus: 
Höhe stets größer als Länge; die Seiten- 
kanten schließen am Wirbel einen rechten 
Winkel ein. 

Fundorte: Cenoman Zschonermühle , Ockerwitz, 
Plauen, Döltzschen, Coschütz, Prinzenhöhe, Welsch- 
hufe, Schullwitz, Dippoldis.walde, Schlottwitz, Tyssa; 
Unt. Turon Leutewitz, Leubnitz; Ob. Turon 
Walkmühle bei Pirna. 

Taf. V, Pecten (Entolium) Nilssonii Goldfuß. Höhe 

P'ig. 12. 

gleich oder kleiner als Länge; die Seiten- 
ränder bilden am Wirbel einen stumpfen 
Winkel. 

Fundorte: Alitt. Turon Weinböhla, Strehlen, Birk- 
witz, Copitz ; Ob. Titroii Zatzschke. 

Taf. V, Vola (Neithea) phaseola Lamarck sp. [Die zu 

Fig. 13. 

den Pectiniden gehörige Untergattung 
Vola = Neithea = Janira zeichnet sich durch 
hochgewölbte rechte und flache linke Schale 
aus.] V. phaseola: Ohren der rechten Klappe 
gleichgroß; Oberfläche der Schale fast glatt, 
nur mit ganz seichten Rinnen bedeckt. 
Der Steinkern weist gleichstarke, kantige 
Rippen und Furchen auf. Die Ohren der 



linken Schale sind ungleich, die Furchen 
am Steinkern breiter als die gerundeten 
Rippen. 

Fundorte: Cenoman Döltzschen, Oberhäßlich, Dippol- 
diswalde, Langenhennersdorf. 

Vola (Neithea) aequicostata Lamarck sp. Wirbel i'af. v, 

Fig. 14. 

der rechten Schale massiger als bei der vor- 
hergehenden Art; Berippung beider Schalen 
dichter. V. aequicostata ist wie auch V. 
phaseola vorzüglich für den Cenoman- 
quader bezeichnend. 

Fundorte: Cenoman Kleinnaundorf, Prinzenhöhe, 
SchuUwitz, Hetzdorf, Oberhäßlich, Dippoldiswalde, 
Schlottwitz , Niedergrund , Tyssa , Keiblerberg, 
Hintertellnitz. 

Vola (Neithea) quinquecostata Sowerby sp. Taf. V, 

Fig. 15. 

Unter den gewölbten Rippen treten auf 
der rechten wie linken Schale sechs be- 
sonders stark hervor; zwischen diesen 
Hauptrippen liegen je vier schwächere 
Rippen. Bei der ganz ähnlichen Vola qua- 
dricostata Sowerby beträgt die Zahl der 
zwischen die sechs Hauptrippen eingeschal- 
teten Nebenrippen nur drei. . 

Fundorte: Ceiioinan'^\2x\%x\, Welschhufe, DohnaK.; 
Mitt. Turon Weinböhla, Strehlen, Postelwitz, 
Krietzschwitz, Hoher Schneeberg. 

Vola (Neithea) notabilis Münster sp. Vorderes Taf. v, 

Fig. 16. 
Ohr lang und spitz, hinteres kurz. Die 

Verzierung beider Schalen besteht aus 

sechs, besonders auf der gewölbten Klappe 

Wanderer, Tierverstciueniugen. o 



— 34 — 

hohen, dachförmigen Rippen, zwischen 
denen feine Längsstreifen verlaufen. 

Fundorte: Ccjioman Zschonermühle, Merbitz, Plauen, 
Coächütz , Prinzenhöhe , SchuUwitz , Dohna B., 
Dippoldiswalde, Schlottvvilz. 

Taf. V, Vola dig'italis F. A..RoeiTier. Rechte und linke 
Fig. 1 7 . 

Schale besitzt gleichstarke Wölbung. Die 

Berippung besteht aus fünf dicken, hohen 

Wülsten, die durch schmale, tiefe P'urchen 

getrennt sind. 

Fundorte: Cenoman Plauen, Tharandt, Hetzdorf, 
Malter, Oberhäßlich, Schlottwitz. 

Taf. V, Spondylus striatus Sowerby sp. [Gemeinsame 

t'ig. 1 8 . 

Merkmale unserer Spondylusarten sind 

radiale Berippung, schief ovaler Umriß, 
kleine Ohren, ein vom Wirbel seitlich 
schwach abfallender Schloßrand.] Sp. stria- 
tus: Schalen ungleichklappig; linke Schale 
hochgewölbt, frei; rechte flach, aufge- 
wachsen. Die Länge ist bei der Art großen 
Schwankungen unterworfen. 

Fundorte: Cenoma7i Oberau, Plauen, Prinzenhöhe, 
Dohna K., Niedergrund. 

Taf. V, Spondylus hystrix Goldfuß. Auf den flach ge- 

Fig. 1 9. 

Wölbten, ungleichklappig'en Schalen treten 
unter den feinen Rippen ca. sechs stärkere 
auf, welche kurze Stachelansätze tragen. 

Fundorte: Cenoman Oberau, Plauen, Kleinnaundorf, 
Dohna B. 

Taf. V, Spondylus spinosus Sowerby sp. Schalen fast 

Fig. 20. 

gleichseitig und gleichklappig-, hochgewölbt. 
Die aufgewachsene rechte Schale trägt auf 



— 35 — 

den gerundeten Rippen bis fingerlange 
Stacheln; die Rippen der linken Klappe 
stehen etwas dichter und sind ungestachelt. 

Fundorte: Mut. Ttiron Weinböhla, Strehlen, Tep- 
litzer Straße, Krietzschwitz, Hoher Schneeberg. 

Alectryonia carinata Lamarck sp. [Merkmale für Taf. vi, 

Fig. I . 
diese Austern gattung sind hohe, scharfe 

Kielrippen, die an den Rändern in spitze, 

ineinander greifende Zacken auslaufen.] 

A. carinata : bei d e Schalen seitlich zusam m en - 

gepreßt mit steil abfallenden Seitenflächen. 

Die kantigen Rippen vereinigen sich auf der 

Mittellinie zu einem wulstigen Kiel. A. 

carinata ist Leitfossil für das Cenoman 

(Carinatenstufe) und in der Quader- wie 

Plänerfazies verbreitet. 

Fundorte: Cenomait Oberau, Plauen, Döltzschen. 
Coschütz, Gamig Hübel, Kleinnaundorf, Prinzen- 
höhe, Goldene Höhe, SchuUwitz, Spechtshausen, 
Niederschöna, Dohna B. u. K., Groß-Sedlitz, Ober- 
häßlich, Dippoldiswalde, Langenhennersdorf, Nieder- 
grund, Tyssa, Sattelberg. 

Alectryonia düuviana Linne sp. Linke, häufig Taf. vi, 

Fig. 2. 

sehr dicke Schäle mit groiäer Fläche auf- 
gewachsen; nur am umgeschlagenen Rand 
berippt. Freie Schale teils gewölbt, teils 
gekielt; Berippung ähnUch, nur gröber als 
bei A. carinata. Die Art ist häufig im 
Pläner, seltener im Quader. 

Fundorte: Cenoman Oberau, Plauen, Döltzschen, 
Coschütz, Gamig Hübel, Dohna K., Golberode, 
Welschhufe, Groß-Sedlitz, Malter, Oberhäßlich, 
Tyssa. 



Taf. VI, Ostrea hippopodium Nilsson ist wie alle Austern 
Fig. 3. 

im Umriß ziemlich veränderlich. Schale 

meist dünn, flach gewölbt. Oberfläche 
unverziert, blätterig (Fig 3(3;); die Innen- 
seite (Fig. 3) zeigt am Schloßrand ein 
dreieckiges, gestreiftes Feld mit schmaler, 
länglicher Bandgrube. 

Fundorte: Cenoman Oberau , Plauen, Coschütz, 
Gamig Hübel, Bannewitz, Goppeln, Welschhufe, 
Hetzdorf, Dohna; U^it. Turon Constappel, Nieder- 
wartha; Alitt. Turon Weinböhla, Strehlen, Hoher 
Schneeberg. 

Taf. VI, Exogyra lateralis Nilsson sp. [Gemeinsames 

Fig. 4. 

Merkmal aller Exogyren ist die spirale 
Drehung" des Wirbels.] E. lateralis: dünn- 
schalig, glatt, selten über 25 mm lang. 
Linke Schale (Fig. 4) hochgewölbt, mit 
flügelartig ausgezogener Hinterseite. Rechte 
Schale (Fig. i\d) flach, deck eiförmig. 

Fundorte: Cenoman Omsewitz, Ockerwitz, Plauen, 
Coschütz, Gamig Hübel, Gittersee, Goppeln, Prinzen- 
höhe, Rippien, Dohna K., Groß-Sedlitz, Dippoldis- 
walde, Schlottwitz, Tyssa; Unt. Turon Brießnitz, 
Leutewitz, Cotta, Räcknitz, Leubnitz ; Mut. Turon 
Weinböhla, Strehlen, Zschertnitz, Teplitzer Slralde; 
Senon Wehlen, Herrenleithe. 

Taf. VI, Exogyra coluiiiba Lamarck sp. Linke Schale 

Fig- 5- 

sehr hoch gewölbt, nach vorn steil, nach 

hinten flacher abfallend. Rechte Schale 
flach, zum Teil konkav. E. columba be- 
sitzt in der Quaderfazies aller Horizonte 
weiteste Verbreitung und tritt hier mitunter 



bankweise auf; in der Plänerfazies ist sie 
ziemlich selten. 

Fundorte: Cenoman Zauckerode, Coschütz, Gitter- 
see, Goppeln, Kleinnaundorf, Prinzenhölle, Goldene 
Höhe, Golberode, Weißig, Tharandter Gegend, 
Dohna B., Malter, Dippoldiswalde, Groß-Sedhlz, 
Schlottwitz, Raitza, Tyssa, Sattelberg, Keiblerberg, 
Hinterteil nitz u. a. ; Uttt. Turon Rottwerndorf, Groß- 
Cotta, Gottleubatal ; Mitt. Turon Porschdorf, König- 
stein, Schandau, Krippen, Postelwitz, Schmilka, 
Hoher Schneeberg u. a. ; Seiton Herrenleithe, 
Wehlen. 

Exogyra conica Sowerby sp. ähnelt einem Taf. vi, 

Fig. 6. 
Jugendstadium der vorigen Art, doch ist 

die Hinterseite der linken Schale mit dicht- 
stehenden Runzelrippen bedeckt. 

Fundorte: Cenoman Plauen, Döltzschen, Coschütz, 
Prinzenhöhe, Gittersee, Tyssa; Mitt. Turon Strehlen. 

Exogyra haliotoidea Sowerby sp. Schalen mäßig Taf. vi, 

Fig. 7. 

dick, flach, mit schwach gedrehten Wirbeln. 
Oberfläche der Schalen blätterig, Vorder- 
seite nach innen umgebogen. Die Innen- 
fläche (Fig. 7) weist längs des Randes 
einen fein gestreiften Saum auf; Muskelein- 
druck längsoval, dem hinteren Schalenrand 
genähert. 

Fundorte: Cenoman Zauckerode, Plauen, Döltzschen, 
Coschütz, Gamig Hübel, Kauscha, Groß-Sedlitz, 
Dohna K., Oberhäßlich, Schlottwitz, Tyssa. 

Exogyra sigmoidea Reuß sp. unterscheidet sich Taf. vi, 

Fig. 8. 
von der vorigen durch geringere Größe 

und durch schlanke, sichelförmige Gestalt. 

Fundorte: Cenoman Plauen, Gamig Hübel, Dohna K., 
Groß-Sedlitz. 



Taf. VII, Mytilus Galliennei d'Orbigny. Der bei er- 
Fig. I. 

wachsenen Formen dreieckige Schalenum- 
riß tritt bei jugendlichen Individuen weniger 
ausgeprägt auf; der Umriß ist hier mehr 
schlank-oval. 

Fundorte: Cenovia7i Oberau, Plauen, Döltzschen. 
Coschütz, Oberhäßlich, Dippoldiswalde, Schlottwitz. 

Taf. VII, Septifer lineatus Sowerby sp. (Modiola Cottae). 

Fig. 2. 

Neben dem abgebildeten T3^pus kommen 
sowohl Formen mit stärkerer, wie auch 
schwächerer Wölbung vor. 

Fundorte: Cenoman Plauen, Döltzschen, Kleinnaun- 
dorf, Kauscha, Sobrigau, Golberode, Groß-Sedlitz; 
Mut. Ttiron Strehlen, 

Taf. VII, Modiola? arcacea Geinitz. Die Arca-ähnliche 

Fig. 3. 

Muschel bringt Formen bis zu 1 2 cm hervor. 

Bezeichnend für sie ist der gebogene 
Schloßrand mit stumpfem Wirbel nahe 
dem vorderen Ende. Die leicht ge- 
schwungenen Rippen stehen am Vorder- 
teil dichter als auf dem lang ausgezogenen 
Hinterflügel. Auch der Steinkern weist 
deutliche Radialstreifung auf. 

Fundorte: Cenotnan Plauen, Döltzschen. 

Taf. VII, Area Galliennei d'Orbigny unterscheidet sich 

Fig. 4. 

von der v^orhergehenden, ihr im Umriß 
ähnlichen Form durch geraden Schloß- 
rand, in dessen vorderen Drittel der 
Wirbel liegt. Die Berippung ist feiner, 
dichter und erscheint durch die Anwachs- 
streifen wie gegittert. Der Steinkern ist 



— 39 — 

glatt. Das Gatt ungsmerkmal, kurze verti- 
kale Zähne auf dem Schloßrand, ist bei 
unseren Formen nur ganz selten zu er- 
kennen. 

Fundorte : Cenomcm Oberau, Zschonermühle, Plauen, 
Döltzschen, Coschütz. 

Nucula pectinata Sowerby. Der Steinkern zu Taf. vil, 
der abgebildeten Art ist glatt bis auf einen 
feinen gerippten Saum am Unterrand; am 
Oberrand tritt zwischen den Wirbeln mit- 
unter eine zick-zackförmige Linie auf, der 
Abdruck feinerer Reihenzähne an dem 
stumpfwinkelig geknickten Schloßrand. 

Fundorte: Mitt. Turon Weinböhla, Strehlen, Zschert- 
nitz, Teplitzer Straße. 

Cucullaea glabra Parkinson. Kennzeichnend für Taf. vii, 

Fig. 6. 

die Art ist eine vom Wirbel zum hinteren 
Schalenrand verlaufende Rückenkante, 
welche der sonst ähnlichen C. subglabra 
d'Orbigny sp. fehlt. Der Erhaltungszustand 
gestattet nur selten Einblick in den ge- 
raden Schloßrand mit den unter dem Wir- 
bel senkrecht, seitlich davon wagrecht 
stehenden Zahnleisten und Gruben, wich- 
tigen Merkmalen der Gattung. 

Fundorte: Cenoman Oberau, Plauen, Coscliütz, 
Goldene Höhe, Niederschöna, Schlottwitz, Tyssa. 

Pectunculus obsoletus Goldfuß. Besser als durch Taf. vil, 

Fig. 7. 
die schuppig berippte Oberfläche ist die 

Form durch die Innenseite der Schale ge- 
kennzeichnet: durch symmetrisch zur Mitte 



— 40 — 

angeordnete vertikale Zähne und Gruben 
auf dem gewölbten Schloßrand, dachför- 
mige Streifung des dreieckigen Feldes 
zwischen Schloßrand und Wirbel (ß/r«), so- 
wie durch grobe Kerbung des Stirnrandes. 

Fundorte: Cenoman Plauen, Coschütz, Schlottwitz. 

Taf. VII, Venei'icai'dia tenuicosta Sowerby (Cardita te- 
Fig. 8. .. 

nuicosta). Neben der abgebildeten Form 

mit halbkreisförmigem Schalenunterrand 

kommen Stücke mit mehr eckigem Umriß 

und stärker vortretenden Wirbeln vor. 

Fundorte: Mitt. Tnron Weinböhla, Strehlen, Zschert- 
nitz, Teplitzer Straße. 

Tal'. VLl, Opis bicornis Geinitz. Kennzeichnend für die 

Fig. 9. 

Art sind die mächtigen Wirbel, welche zu 
hohen, einwärts gekrümmten Hörnern aus- 
gezogen sind. Die dicke Schale trägt grobe, 
konzentrische Rippen; der Steinkern ist 
glatt. 

Fundorte: Ccnouian Oberaii, Plauen, Dohna K., 
Groß-Sedlitz. 

Taf. Vli, Euiphyla lenticularis Goldfuß sp. unterscheidet 

Fig. 10. ' 

sich von der cenomanen E. striata Sowerby 
sp. durch mehr kreisförmigen Umriß und 
geringere Wölbung der Schalen. Mantel- 
linie ganzrandig! (vgl. Venus). 

Fundorte: Unt. Tiiron Leubnitz; JMitt. TiiroJi Wein- 
b(")hla, Strehlen, Zschertnitz, Teplitzer Straße, Hoher 
Schneeberg. 

Taf. Vir, Radiolites Saxoniae F. A. Roemer sp. gehört 

Fig. II. 

zu den besonders in den Kreidemeeren der 



— 41 — 

südlichen Zone weit verbreiteten Muscheln 
(Rudistae) mit konisch röhrenförmiger 
Unterschale und deckelartiger Oberschale. 
Fig. 1 1 stellt von obiger Art die Unter- 
schale dar, Fig'. 1 1 a den Steinkernzapfen 
mit dem gekerbten Rand (nicht Deckel). 

Fundorte : Cenoman Plauen, Coschütz, Dohna K., 
Oberhäßlich, Dippoldiswalde, Keiblerberg. 

Mutiella Ringinerensis Mantell. An den ceno- Taf. Vll, 

Fig- 12.- 

manen Formen der Art ist neben den 
konzentrischen Anwachslinien meist eine 
radiale Streifung sichtbar, die bei den 
häufigeren turonen Formen der ungünsti- 
geren Erhaltung wegen nur selten sicht- 
bar ist. 

Fundorte: Cenoman Plauen; Unt. Turon Leubhitz; 
Mitt. Turon Weinböhla, Strehlen. 

Cardiuin bipartituiii d'Orbigny. Seitlich derart '^af. VII, 

Fig. 13. 
zusammengepreßt, daß vordere und hintere 

Schalenhälfte auf der Mitte in einem Win- 
kel von ca. 90 '^ zusammenstoßen. Bei 
großen Formen (Höhe gegen 5 cm) sind 
die leicht nach innen gedrehten Wirbel zu 
Hörnern ausgezogen. Die Verzierung be- 
steht in schwachen Radialstreifen und kon- 
zentrischen Anwachslinien. C. deforme 
Geinitz besitzt ähnlich gepreßte Form; in 
Vorder- und Hinteransicht ist der Umriß 
der kräftig skulptierten Art herzförmig. 

Fundorte für beide Arten: Mitt. Turon Strehlen, 
Teplitzer Straße. 



— 42 — 
Taf. Vir, Cardiuiii alternans Reuß unterscheidet sich von 

Fig. 14. 

der folgenden, mit der sie den Umriß ge- 
mein hat, wesentlich durch die Art der Ver- 
zierung: abwechselnd gröbere und feinere 
Radialreihen längsovaler Warzen. 

Fundorte; Cenoman Plauen. 

Taf. VII, Cardiiim cenomanense d'Orbigny. Hinterseite 

Fig. 15. 

der Schale leicht muldenförmig einge- 
drückt. Berippung gleichmäßig, sehr dicht; 
in den schmalen Furchen treten winzige 
Höcker auf. 

Fundorte: Cenoman Oberau, Plauen. 

Taf. VII, Protocardia hillana Sowerb}' sp. Hintere Seite 

Fig. 16. 

mit groben Radialfalten, mittlerer und vor- 
derer Teil der Schale mit feinen konzen- 
trischen Rippen bedeckt. Der Steinkern 
weist unter dem hinteren Muskeleindruck 
eine kleine halbmondförmige Einbuchtung 
des Mantelrandes auf. 

Fundorte: Cenoman Plauen, Coschütz, Piinzenhöhe, 
Oberhäl^lich, Raitza, Tyssa. 

Taf. VII, Cyprina quadrata d'Orbigny. Wirbel mäßig 

Fig. 17. 

nach vorn und einwärts gebogen. Hinter- 
seite mit Schloß- und Stirnrand annähernd 
einen rechten Winkel bildend. 

Fundorte: Cenoman- Plauen; Mitt. Ttcron Wein- 
böhla, Strehlen, Ober- Vogelgesang, Posta, Schandau. 

Taf. VII, Venus faba Sowerby. [Für die Bestimmung 

Fig. 18. 

der bei uns meist als Steinkern erhaltenen 
Gattung ist fast ausschließlich diezungen- 
förmige Einbuchtung' des hinteren Mantel- 



— 43 — 

randes maßgebend, da die Bezahnung des 
Schloßrandes nicht sichtbar ist] V. faba: 
Schalen queroval, mäßig gewölbt; Wirbel 
nach vorn gerückt. 

Fundorte: Mitt. Turon Strehlen. 

Venus Goldfussi Geinitz. Schalen fast kreisrund, Taf. Vli, 

Fig. 19. 
hochgewölbt. Wirbel nur wenig vor der 

Mitte. 

Fundorte: Mitt. Turon Strehlen. 

Bohriimscheln. Auf Abdrücken von Treibholz Taf. vir, 

Fig. 20 

und im Gestein finden sich mitunter glatte bis 21. 
oder gerauhte, auch berippte keulenförmige 
bis konische Röhren oder deren Ausfül- 
lungen, welche von bohrenden Muscheln 
herrühren. Man benennt die glatten keulen- 
förmigen Gastrochaena osireae Geinitz 
(Fig. 20), die größeren berippten Formen 
G. amphisbaena Goldfuß. Von letzterer 
haben sich im Plänerkalk von Strehlen 
undWeinböhla die langen kalkigen Röhren 
erhalten (Fig. 2 1 ). 



44 



Gastropoda, Schnecken. 

Ein Teil der Schnecken sind Land-, die Mehrzahl Meeres- 
und Süßwasserbewohner. Mit Hilfe eines nniskulösen Fußes 
können sie sich kriechend, seltener hüpfend oder schwimmend 
fortbewegen. Der Weichkörper wird meist von einem Ge- 
häuse geschützt. Bildner des Gehäuses ist wie bei den 
Brachiopoden und Muscheln der Mantel. Während aber 
dort, entsprechend den paarigen Mantellappen, ein paariges 
Gehäuse (obere und untere Klappe, rechte und linke Schale) 
ausgeschieden wird, ist bei den Schnecken wie der Mantel so 
auch die Schale unpaar und je nach der Form der ersteren 
meist rechts-spiral gewunden (Textfig. VIII, IX) oder napfförmig 
(Taf. VIII, Fig. I ). Wasserschnecken atmen durch Kiemen, Land- 
schnecken vermittelst eines vom Mantel gebildeten Lungen- 
sackes. Das Nervensystem ist bei den Schnecken höher ent- 
wickelt als bei den Muscheln ; häufig sind Augen und Gehör- 
organe vorhanden. Der Name Gastropoda ist der Lage des 
bauchständigen Fußes , die noch gebräuchliche Bezeichnung 
Glossophora einer allen Schnecken eigentümlichen Reibzunge 
entnommen. 



Vorkommen und Verbreitung der Gastropoden in 
der sächsischen Kreide. 

Die Schnecken stehen mit annähernd 
130 Arten nur wenig hinter den Muschehi zu- 
rück; doch tritt hier die Individuenarmut der 
allermeisten Arten noch stärker hervor als bei 
jenen. DerQuaderfaziesfehlen, mit Ausnahme 
des Cenomanquaders, Gastropoden fast voll- 
kommen. Im Cen Oman plan er war es vor allen 
der heute nicht mehr zugängliche Aufschluß 
am Forsthaus Plauen, der eine reiche Fund- 
grube für Gastropoden darstellte. Die tonig- 
mergelig'en Schichten des unteren und oberen 
Turons liefern nur wenig Arten; um so größer 



— 45 




Fig. VIII. 

Kreiseiförmiges Gehäuse mit 
Spii'alverzierung. 



Fig. IX. 

Spindelförmiges 

Gehäuse mit Qiier- 

vei'zierung. 



H 



B\ 



H, 



Mündunf 



H—M^ = Höhe 
B—B^ = Breite 

sp = Spitze (oben) 
b = Basis (unten) 
y = Gewindewinkel 
g = Gewinde : 

£-^ Gew. mit 6 gewölbt. Unn- 
j^ gangen od. Windungen 

g^ Gew. mit 5 flachen Um- 
gängen od. Windungen 
hl = letzter Umgang od. Windung 
n = Gewindenaht : 

/?j vertiefte Nähte 
«j flache Nähte 
sb = Schlitzband (bei Pleuroto- 

maria) 
11 = Nabel 



, „ ,. a, glatte Außenlippe 

fl ^ Auwenlippe: ^ *' .., . „ i- 

(7, gezahnte Aubenlippe 

T ,. z. glatte Innenlippe 

? ^^ Innenlippe: ■ , . , r .• 

^•^ ?,, schwielige innenlippe 

f^ Spindelfalten 

k = Kanal (Ausguß). 



- 46 - 

war ihre Zahl im mittelturonen Plänerkalk 
von Strehlen. Auch die annähernd gleichalte- 
rigen Schichten an der Teplitzer Straße und 
bei Zschertnitz erweisen sich als . Gastro- 
poden führend. Im Gegensatz zu den Lamelh- 
branchiaten hat Turon und Cenoman nur 
eine verschwindende Zahl gemeinsamer 
Schneckenarten. 

Taf. VIII, Emarginula Buclii Geinitz (E. Buchi und E. 

Fig. I . 

pelagica). Die Höhe des mützenförmigen 
Gehäuses ist bald größer, bald kleiner als 
die Breite. Von ähnlich gestalteten Ac- 
maea- und Patellaarten unterscheidet sich 
die E. Buchi durch einen Schlitz am Vor- 
derrand. 

Fundorte: Cenoman Oberau, Plauen. 

Taf. VIII, Pleurotoniaria (Leptomaria) Plauensis Geinitz. 

Fig. 4. 

[Bezeichnend für die Gattung Pleuro- 

tomaria ist eine schlitzförmige Spalte auf 

der Außenlippe, die auf den rückwärtigen 

Umgängen durch ein Band geschlossen 

wird.] PL Plauensis ist gekennzeichnet 

durch stumpfen Gewindewinkel, ca. 115*^, 

und ovalen Querschnitt der Umgäng-e. 

Fundorte : wie bei voriger Art. 

Taf. VIII, Pleurotoniaria (Leptomaria) Geinitzi d'Orbigny. 

Fig. 3. 

Gewindewinkel kleiner als 90*^; Querschnitt 
der Umgänge unregelmäßig trapezförmig. 
Die rechte Hälfte der Schnecke ist auf 



— 47 — 

der Abbildung in Schalenerhaltung, die 
linke als Steinkern dargestellt. 

Fundorte : Ce7toman Oberau , Zscheila, Plauen, 
Döltzschen, Gamig Hübel, Kauscha. 

Pleurotomaria (Leptoniaria) linearis Mantell sp. Taf. viil, 

Fig. 2. 

kommt fast ausschließlich als Skulpturstein- 
kern vor. Gewindewinkel noch stumpfer 
als bei PI. Plauensis; Umgänge treppen- 
förmig abgesetzt. Schwache Quer- und 
etwas stärkere Spirallinien lassen die Ober- 
fläche fein gegittert erscheinen. 

Fundorte: Unt. Turon Groß-Cotta; Mitt. Ttiron 
Weinböhla, Strehlen. 

Stelzneria cepacea Geinitz. Das zwiebeiförmige Taf. viii, 

Fig- 5- 
Gehäuse ist von feinen Spirallinien be- 
deckt. [Bezeichnend für die Gattung ist 
die horizontal gestellte, zu einem schmalen 
Spalt verengte Mündung.] 

Fundorte: Cenoman Plauen, Dohna K. 

Turbo Goupilianus d'Orbigny. [Merkmale der^af. VIII, 

Fig. 6. 
Gattung Turbo sind kreiseiförmiges Ge- 
häuse und runde, durch kalkigen Deckel 
verschließbare Mundöffnung.] T. Goupilia- 
nus: die Verzierung besteht ausschließlich 
aus Spiralreihen von Knoten und zwar 
größeren, isoliert stehenden auf der Ober- 
. Seite, kleineren, perlschnurartig gereihten auf 
der Unterseite der Umgänge. 

Fundorte: Cenoman Oberau, Zscheila, Plauen, 
Coschütz. 



- 4« - 

Taf. VIII, Operculuin. Der abgebildete spiralverzierte 

Fig. 7 . 

Verschlußdeckel wird voriger Turboart zu- 
gerechnet, mit welcher er stets zusammen 
vorkommt. 

Fundorte: wie oben. 

Taf. VIII, Turbo Naunianni Geinitz. (T. Naumanni und 
Fig. 8. 

T. Leonhardi.) Der vorigen ähnlich, nur 

etwas kleiner. Die Verzierung der Um- 
gänge besteht aus ca. 7 Spiralreihen sehr 
dicht stehender Knötchen; auf der Basis, 
z. T. auch schon auf der Oberseite sind 
die Zwischenräume der Spiralreihen von 
feinen Querlinien bedeckt. 

Fundorte: Ceuoman Plauen. 

Taf. VIII, Turbo Buchi Goldfufd sp. Das kreiseiförmige, 

Fig. q. 

häufig flach gedrückte Gehäuse trägt auf 
den oberen Umgängen 6 — 7, auf der letz- 
ten Windung gegen 10 schwach gekörnelte 
Spiralreihen. 

Fundorte: ]\Iitt. Tiiron Strehlen, Teplitzer Straße. 

Taf. VIII, TrocUus (Ziziphinus) Geinitzi Reuß. [Bezeich- 

Fig. 10. 

nend für die Gattung" Trochus ist ein 
kegel- oder kreiseiförmiges Gehäuse mit 
abg-eplatteter oder nur schwach gewölbter 
Basis und unregelmäßig vierseitiger Mund- 
öffnung.] Tr. Geinitzi: je nach dem Erhal- 
tungszustand besitzt die Art ein sehr ver- 
schiedenes Aussehen; ' der Steinkern ist 
glatt, eine untere Schalenschicht zeigt drei 
glatte, scharfe Spiralleisten auf jedem Um- 



— 49 — 

gang, während die obere Schalen schiebt vier 
Reihen quer-ovaler Knötchen trägt. 

Fundorte: Cenoman Oberau, Plauen, Coschütz. 

Trochus (Ziziphinus) Buneli d'Archiac. Ge- Taf. viii, 

Fig. 1 1 . 

vvindewinkel an den oberen Umgängen 
ca. 50 ^ an den unteren etwas größer. 
Bei Jugendformen ist die Verzierung ähn- 
lich, nur feiner als bei der vorigen Art, 
doch kommen auf den Umgang immer 
fünf Spiralreihen. An den unteren Win- 
dungen ist die Nahtlinie durch eine reicher 
skulptierte Spirale angedeutet. Die Basis 
des Gehäuses ist flach gewölbt, ihr mitt- 
lerer Teil von gekörnten Spirallinien, ihr 
Rand von berippten Schuppen bedeckt. 

Fundorte: Cenotnan Plauen, Döltzschen. 

Troclms (Craspedotus) Geslini d'Archiac sp. Taf. viil, 

Fig. 12. 

Windungen schwach gewölbt, mit vertieften 
Nähten; Innenlippe gezähnt. Die Ver- 
zierung besteht aus dichtstehenden, flachen, • 
in Querreihen geordneten Knoten, zwischen 
denen feine wellige Spiralreihen verlaufen. 
Der Steinkern (s. rechte Hälfte der Abb.) 
weist nur querverlaufende undeutliche Rip- 
pen auf. 

Fundorte: Cenoman Plauen, Döltzschen, Coschütz. 

Trochus (Craspedotus) Reichi Geinitz sp. (Turbo Taf. vill, 

Fig. 13. 

Reichi). Gewindewinkel wesentlich spitzer 
als bei der vorigen (ca. 60°); Umgänge 
flach mit vertieften Nähten; Mündung groß, 

Wanderer, Tierversteiueningen. * 



— 50 — 

vierseitig gerundet, unten gezähnt. Auf 
dem Gewinde entsteht durch Spirallinien 
und schräg verlaufende, geknotete Quer- 
rippen eine weitmaschige Gitterstruktur. 
Die Basis ist mit gerauhten Spirallinien 
bedeckt, 

Fundorte : Cenoviait Oberau, Plauen, Coschütz. 

Taf. VIII, Trochus Fischeri Geinitz besitzt ein kaum 5 mm 
Hg. 14. 

hohes, konisches Gehäuse mit flachen, 

schwach gegeneinander abgesetzten Um- 
gängen. Wie diese ist auch die schwach 
gewölbte Basis mit feinen Spirallinien be- 
deckt. 

Fundorte: Cenoman Plauen. 

Taf. VIII, Nerita nodosa Geinitz sp. (Neritopsis nodosa). 
Fig. 15. 

Der letzte Umgang umhüllt den vorigen 

sehr stark. Die Verzierung ist mannig- 
faltig, im allgemeinen aber querverlaufend. 
Die obere Hälfte des letzten Umganges 
ist von rückwärts geschwungenen, feinen 
Querstreifen und eingeschalteten gröberen 
Rippen bedeckt, die sich gegen die Mitte 
hin mitunter zu Knoten auflösen. Auf der 
Basis, häufig auch etwas höher, können 
sich die Knoten in Spiralreihen anordnen. 
Altere Formen (s. Fig. 15 a) erscheinen, 
von unregelmäßigen Querrunzeln in der 
Nahtgegend abgesehen, völlig glatt. 

Fundorte: Cenoman Oberau, Plauen, Groß-Sedlitz, 
Dippoldiswalde. 



— 51 — 

Neritopsis costulata F. A.Roemer sp. Gewinde Taf, VIII, 

Fig. i6. 
wie bei voriger Form. Die Verzierung 

besteht aus 15 — 20 Spiralleisten, deren 

Zwischenräume von feinen, querlaufenden 

Anwachslinien bedeckt sind. 

Fundorte: Cenoman Plauen, Döltzschen, Coschütz. 

Littorina pectinata Deninger (Litorina gracilis). Taf. Vlll, 

Fig. 17. 
Das ca. 5 mm hohe spindelförmige Ge- 
häuse besteht aus sechs leicht gewölbten 
Umgängen mit vertieften Nähten. Die 
Mündung ist oval, unten gerundet, oben 
spitz zulaufend. Die Verzierung" besteht 
aus 8 — 10 kräftigen Querwülsten auf je 
einem Umgang. 

Fundorte: Cenoman Plauen. 

Littorina miniita Geinitz. Umgänge glatt, Nähte Taf. Vlll, 

Fig. 18. 

schwach vertieft; sonst wie vorige. 

Fundorte: Cenoman Plauen. 

Natica (Lunatia) Geinitzi d'Orbigny (N. Gentii). Taf. viii, 

Fig. 19. 

Der große letzte Umgang- umfaßt in tiefer 
Naht den vorhergehenden bis zu zwei 
Drittel. Nahtkante scharf, Nabelkante ge- 
wölbt. Die bis zu 60 mm breiten Formen 
aus dem Unt. Turon sind zumeist stark 
verdrückt. 

Fundorte: Unt. Turon Brießnitz a. E., Leubnitz; 
Mitt. 7?/rö;2 Strehlen, Zschertnitz, Krietzschwitz, 
Hoher Schneebeig. 

Turritella sexlineata F. A. Roemer (T. multi- Taf.viii, 

Fig. 20. 

Striata). [Merkmale für die Gattung sind 

4* 



— 52 — 

hohes, turmförmiges, spiral verziertes Ge- 
häuse mit mehr oder weniger regelmäßig 
ovaler bis runder Mündung.] T. sexlineata: 
gegen g Umgänge mit vertieften Nähten 
bilden in einem Winkel von ca. 25 ^ das 
Gehäuse. Jeder Umgang trägt 6 glatte, 
scharfe Spiralleisten. Meist als Skulptur- 
steinkern erhalten. 

Fundorte: U^if. Turon Brießnitz, Leubnitz; Mitt. 
Turon Strehlen, Zschertnitz, Teplitzer Straße. 

Taf.Vlll, Turritella Kirsten! Geinitz (T. Kirsteni und T. 

Fig. 21. 

granulata). Gegen 20 niedere Umgänge 
bilden in einem Winkel von ca. 15^ das 
Gehäuse. Jeder Umgang trägt 6 spiral- 
laufende Knötchenreihen, von denen die 
oberste und unterste Reihe besonders stark 
hervortritt. Beim Steinkern sind die Nähte 
derart vertieft, daß die im Querschnitt 
fast kreisrunden Umgänge sich nicht mehr 
berühren. 

Fundorte: Cenonian Oberau, Zscheila, Plauen, 
Geschütz, Letzter Heller, Schullwitz, Oberhäßlich, 
Tyssa. 

Taf. VIII, Pseiidoiuelaiiia Laubeana Geinitz sp. (Euchry- 
Fig. 22. 

salis Laubeana). Durchschnittshöhe 5 cm, 

Gewindewinkel gegen 30*^. Letzter Um- 
gang höher als das übrige Gewinde. Mün- 
dung schlankoval, unten gerundet, oben 
spitz zulaufend. Bei der weit höheren und 
breiteren Ps. Stoliczkai Geinitz sp. beträgt 



— 53 — 

die Höhe gegen lo cm, der Gewinde- 
winkel ca. 40 ^. 

Fundorte für beide Arten: Cenoman Plauen, Co- 
schütz. 

Chemnitzia Reussiana Geinitz. Gehäuse schlank Taf. viii, 

Fig. 23. 

spindelförmig, aus zahlreichen glatten Um- 
gängen bestehend. Letzter Umgang den 
vorhergehenden proportional. Mündung 
wie bei Pseudomelania , doch weniger 
schlank. Die untere Hälfte der Abbildung 
zeigt den Stein kern. 

Fundorte: Cenojnan Plauen. 

Nerinea Geinitzi Goldfuß. Bei Schalenerhaltung Taf. Vlii, 

Fig. 24. 

der vorigen äußerlich ähnlich, unterscheidet 
sie sich von ihr durch niedere Umgänge 
und durch die für die Gattung Nerinea 
bezeichnenden erhabenen Falten auf der 
Spindel, der Außen- und Innenlippe. An 
dem Steinkern treten diese Falten als ver- 
tiefte, spirallaufende Rinnen auf. 

Fundorte: Cenoman Plauen, Coschütz, Golberode, 
Oberhäßlich. 

Cerithium interpunctatuni Geinitz. [Gemeinsam Taf. viii, 

Fig. 29. 

ist unseren Cerithiumarten ein aus meist 
zahlreichen, quer- und spiralverzierten Win- 
dungen bestehendes türm- oder spitzkegel- 
förmiges Gehäuse. Die quer- oder längs- 
gestellte Mündung besitzt einen rückwärts 
verlaufenden Kanal bzw. Ausguß.] C. inter- 
punctatuni: Gehäuse stumpfturmförmig mit 
etwa sieben gewölbten Umgängen. Diese . 



— 54 — 

tragen je vier Spiralreihen feiner, dicht ste- 
hender Knötchen, über welche in größeren 
Abständen gröbere, geknotete Querwülste 
laufen. Mündung quergestellt, oben ge- 
rundet, unten mit kurzem Kanal. 
Fundorte: Cenoman Plauen. 

Taf. VIII, Cerithiuiu infibulatum Geinitz. In Form und 

Fig. 27. 

Größe (ca. 5 mm) der vorigen ähnlich. Die 
Umgänge erscheinen durch weitstehende 
• Quer- und Spiralrippen grob gegittert. 
Die Mündung besitzt verengten Ausguß 
und schwielige Innen- und Außenlippe. 
Fundorte : Cenoman Plauen. 

Taf. VIII, Cerithium tectiforme Binkhorst (C. Margarethae). 

Fig. 28. 

Gehäuse spitzturmförmig, ca. 10 mm hoch, 
aus zahlreichen niederen Umgängen be- 
stehend. Etwas über der Naht läuft eine 
Spiralreihe kräftigerer Knoten, der zwei 
bis vier schwächere Pünktchenreihen folgen. 

Fundorte: Cenoman Plauen. 

Taf. VIII, Cerithium Rudolphi Geinitz. Gehäuse spitz- 

Fig. 26. 

nadeiförmig, Umgänge gewölbt bis g'e- 

kantet. Auf der Mitte derselben verläuft 

eine stärkere Knotenreihe, über und unter 

ihr eine bzw. zwei Spiralreihen feiner 

Knötchen. Neben rechts gewundenen 

Formen, kommen hier, als Seltenheit, auch 

links gewundene Gehäuse vor {-= C. Strom- 

becki, C. Hübleri Geinitz). 

Fundorte: Cenoinaji Plauen. 



— OD — 

Cerithiuin belgicum Münster. Gehäuse türm- Taf. viii, 

Fig. 25. 
förmig, im Durchschnitt 5 — 6 cm hoch. 

Umgänge flach, mit kurzen nach oben 
verlaufenden Querwülsten und feinen Spiral- 
linien bedeckt. 

Fundorte: Cenonian Plauen. 

Cerithium Bircki Geinitz. Diese stattlichste Taf. Vlli, 

Fig. 30. 
Cerithiumart unserer Kreide besitzt eine 

Höhe von durchschnittlich 10 cm und ist 

bei Schalenerhaltung mit keiner anderen 

zu verwechseln. 

Fundorte: Cenoman Plauen, Gamig Hübel. 

Aporrhais (Lispodesthes) megaloptera Reuß sp. Taf. Vlii, 

Fig. 31. 
(Rostellaria Reussi var. megaloptera). [Das 

auffallendste Merkmal der Aporrhaiden 
ist am letzten Umgang die flügeiförmige 
Gestalt der Außenlippe.] Das Gewinde ist 
Stumpfspind eiförmig, quergerippt und mit 
langem, schmalem Kanal versehen. Der 
Flügel ist breit, am Außenrand einge- 
schnitten und nur seitlich ausgezogen. 

Fundorte: Mitt. Ttiron Strehlen, Zschertnitz, Tep- 
litzer Straße, Hoher Schneeberg. 

Aporrhais (Helicaulax) stenoptera Goldfuß sp. Taf. vlll, 

Fig. 32. 

(Rosteliaria calcarata). Gewinde turmförmig, 
kräftig quer und schwach spiral verziert; 
Kanal mäßig lang. Flügel schmal, säbel- 
artig, nur seitlich ausgezogen. 
Fundorte: wie oben. 



Taf. VIII, Apoi-rhais (Helicaulax) Buclii Münster sp. (Ro- 
Pig. 33- ' ^ 

Stellaria Buchi). Gewinde turmförmig mit 

sehr langem Kanal. Umgänge g^ekantet, 
spiralgestreift und mit zarten Anwachs- 
linien bedeckt. Flügel schmal, seitlich und 
nach oben ausgezogen. 

Fundorte : wie bei A. megaloptera. 

Taf. VIII, Volutilithes subsemiplicatus d'Orbigny sp. (Vo- 
rig. 34. 

luta suturalis). Das spindelförmige Gehäuse 

besteht aus sechs gewölbten Umgängen, von 

denen der letzte größer ist als das übrige 

Gewinde. Die Innenlippe trägt schwache 

Falten. Die Verzierung besteht aus wenigen 

groben Querwülsten und feinen, dichten 

Spirallinien. 

Fundorte : Mitt. Tic)-on Strehlen , Teplitzer Straße. 

Taf. VIII, Volutoderiua Roemeri Geinitz sp. ( Voluta Roe- 

I'^ig- 35- 

meri). Zahl der Umgänge gegen zehn; 
Spirallinien wie bei voriger Art, Querrippen 
dichter stehend, weniger grob; Spindel- 
falten kräftig. 

Fundorte: Mut. Turon Strehlen, Zschertnitz, Tep- 
litzer Straße. 

Taf. VIII, Cinulia Humboldti Müller sp. (Actaeon ovum, 
Fig. 36. 

Avellana cassis, A.d'Archiaciana, A. sculp- 

tilis). Gehäuse eiförmig, letzter Umgang 
dreimal höher, als das kurze Gewinde. 
Oberfläche fein spiral gestreift; Steinkern 
glatt. Die Art kommt meist als plattge- 
drückter Skulptursteinkern vor, wobei der 



— 0/ — 

letzte Umgang die vorigen häufig voll- 
kommen umhüllt. 

Fundorte: Mitt. Turon Strehlen, Teplitzer Straße. 

Scaphopoda, Grabfüßler. 

Meerbewohnende Weichtiere, die in ihrem Bau verwandte 
Beziehungen sowohl zu den Muschehi, wie zu den Schnecken 
aufweisen. Sie scheiden eine röhrenförmige an beiden Enden 
offene Schale aus. 

Dentaliniu inedium SowerbA". Röhre wenig ge- Taf. vili, 

Fig. 37. 

bogen mit dichten, gleichmäßig feinen 
Längsstreifen bedeckt. 

Fundorte: Mitt. Turon Strehlen, Zscherlnitz, 
Teplitzer Straße ; Ob. Turon Zatzschke, AValk- 
mühle b. Pirna. 

Dentalium polvgonuiu Reuß. Krümmung wie Taf. Vlll, 

Fig. 38. 
bei voriger Art; gröbere, als Rippen vortre- 
tende Streifen wechseln mit feineren Längs- 
linien ab. 

Fundorte: J/z?z'. Tz^ro« Zschertnitz, Tephtzer Straße, 
Strehlen. 



Cephalopoda, Kopffüßler. 

Die gegenüber früheren Erdperioden heute nur in spärlicher 
Artenzahl lebenden Cephalopoden sind ausschließlich Bewohner 
des Meeres, welche im Stanim der Weichtiere die höchste 
Ent%vicklungsstufe einnehmen. Sie sind teils nackt, teils von 
einer äußei'en Schale umhüllt. Der vom Körper scharf ab- 
gesetzte Kopf besitzt einen mit starken Kiefern versehenen 
Mund, welcher von muskulösen, zum Greifen und Gehen 
dienenden Armen umstellt ist. Die Sinnesorgane, besonders 
die Augen sind vorzüghch ausgebildet und erinnern z. T. an 
den Bau des Wirbeltierauges. Das dem Fuß der übrigen 



Mollusken entsprechende Organ ist zu einer trichterförmigen 
Röhre umgebildet, durch welche das Wasser stoßweise aus- 
tritt, wobei der Rückstoß zum Schwimmen benutzt wird. 
Ein Teil der C. besitzt einen Tintenbeutel. Nach der Anlage 
der Kiemen unterscheidet man vierkiemige Cephalopoden — 
Tetrabranchiata — und zweikiemige — Dibrcmchiata — . Für 
die sächsische Kreide kommen aus der erstgenannten Gruppe 
in Betracht die Gattung Nautihis und die Ammoniten, aus 
der zweiten nur die Gattung Beletnnites bzw. die Unter- 
gattung Actinocamax. 

a) Nautilus. 

Die auch heute noch lebende Gattung NmUilus besitzt ein in 
der Ebene spiral eingerolltes Gehäuse, das durch Scheidewände 
in konkave Kammern abgeteilt ist. Nur die letzte derselben 
dient dem Tier als Wohnraimi ( Wohnkammer) während 
die übrigen (Luftkammern) hohl sind und von einem die 
Scheidewände meist oberhalb der Mitte durchbrechenden, 
darmartigen Strang [Sipho) durchzogen sind. Die Linie in 
der sich die Scheidewände der Schale anlegen [Siittir) ist 
wellenförmig geschwungen, niemals verzweigt. 



Vorkommen und Verbreitung der Gattung Nautilus 
in der sächsischen Kreide, 

Von den drei bekannten Arten der Gattung 
ist Nautilus elegans Sowerb}'' auf das Cenoman 
und zumeist auf dessen Quaderfazies beschränkt; 
N. rugatus Fritsch und Schlönbach kommt im 
mittelturonen Plänerkalk vor; N. sublaevigatus 
d'Orbigny, die weitaus verbreitetste Art, zieht 
sich in der Plänerfazies durch das gesamte 
Turon; im Labiatus-Pläner tritt sie stellenweise 
massenhaft auf. 



Taf. IX, Nautilus sublaevigatu.s d'Orbigny. Das voll- 

Fig. I. 1 , ,, , . , . , 

kommen g-latte (jehäuse ist derart m der 



— 59 — 

Ebene eingerollt, daß die letzte Windung 
die vorhergehenden vollkommen einhüllt. 
Die Sutur bildet eine wellenförmige, leicht 
geschwungene Linie. Der Querschnitt der 
Umgänge (Fig. i a), ursprünglich halbkreis- 
förmig gewölbt, erscheint durch spätere 
Verdrückung häufig schlank oval (wie die 
punktierte Linie ihn darstellt), auf der 
Außenseite zum Teil zugeschärft. 

Fundorte: Unt. Turon Kemnitz, Brießnitz, Leiite- 
witz, Leubnitz; Mitt. Turon Weinböhla, Strehlen, 
Eirkwitz, Copitz; Ob. Turon Zatzschke. 

Nautilus elegans Sowerby unterscheidet sich 
vom vorigen hauptsächlich durch dicht- 
stehende, sichelförmige Streifung' auf der 
Oberfläche. 

Fundorte: Cenoman Ockerwitz, Plauen, Coschütz, 
Rippien, Welschhufe, Oberhäßlich. 

Nautilus rugatus Fritsch u. Schlönbach. Die 
Verzierung der Oberfläche besteht aus 
kräftigen, in größeren Abständen stehen- 
den Rippen. 

Fundorte: Mitt. Turon Weinböhla, Strehlen. 

b) Die Ammoniten 

stellen einen seit Ende der Kreide erloschenen Zweig der 
Cephalopoden dar. von dessen Organisation wir keine direkte 
Kenntnis besitzen. Die häufig mit Knoten oder Rippen ver- 
zierte Schale ist meist in der Ebene eingerollt (P'ig. X), 
seltener schneckenförmig oder in loser Spirale gewunden, bzw. 
stabförmig gestreckt; doch ist gerade die Kreide durch solche 
,, Zerrformen" ausgezeichnet. Wie bei Nautilus ist das 



6o — 



Gehäuse gekanimert (Fig. Xa, Ik), es wölben sich indessen 
die Kammern nicht wie dort konkav, sondern konvex nach 
vorn ; die Linie, in der sie sich an die Schalenwand anlegen 
{Stittir, Lohenlinie, Fig. Xa, ^1, beschreibt vielfach ver- 
ästelte und verzweigte Windungen. Der Sipho verläuft auf 
der Mitte der Außenseite [e— ks). 




Fig. Xa. 
von der Flanke 



D — Z'j = Durchmesser 
D — N = Höhe d. Umganges 
N^N^ = Nabel weite 
B — B^ = Dicke d. Umganges 
e, e^ = Außen-(Extern-) 
Seite 
/"== Flanke 
nb = Nabel 

2v = Teil der Wohn- 
kammer 
/ ^= Luftkammern 
//?- = letzte Luftkammer 



Ae ks T^e 

Fig. Xb. 

von vorn 



gesehen. 



j = Sutur , Lobenlinie, 
Kammersch eide- 
wand 
r =^ Rippen (r, einge- 
schaltete Rippe) 
hl = Nabelknoten 
kf =^ Flankenknoten 
ke = Externknoten 
ks = Siphonalknoten- 
reihe (Kielreihe) 
-ks = Lage d. Sipho. 



Vorkommen und Verbreitung der Ammoniten 
in der sächsischen Kreide. 

Die Hauptverbreitung' der Ammoniten fällt 
in die Plänerfazies. Mit wenigen Ausnahmen, 



— 6i — ' 

darunter Douvilleiceras Mantelli, sind Ammo- 
niten im Quader recht spärlich vertreten. Aus 
dem Cenoman sind zwar 1 1 Arten bekannt, 
die meisten aber von ihnen stellen Seltenheiten 
dar. Das sonst fossilarme Unterturon, der La- 
biatuspläner, liefert allein 14 Arten, darunter 
Formen wie Mammites Michelobensis, M. bini- 
costatus, Pachydiscus peramplus in beträcht- 
licher Individuenzahl. Ebenso reich erweist 
sich das mittlere Turon, der Plänerkalk von 
Strehlen. Im oberen Turon und Senon sind 
die Ammoniten sehr selten. Gemeinsam be- 
sitzen Cenoman und Turon nur drei Arten. 

Baculites. Die in der sächsischen Kreide vor- Taf. IX, 

Fig. 2. 

kommenden stabförmig gestreckten Bacu- 
litesformen lassen sich der Art nach mit 
Sicherheit nicht immer bestimmen. Man 
pflegt als B. subbaculoides Geinitz die ce- 
nomanen, abgeplattet zylindrischen Formen 
mit stärkeren Rippen zu bezeichnen, wäh- 
rend man als B. baculoides d'Orbigny 
(Fig. 2) weniger flache, schwach berippte 
Formen aus dem Turon zusammenfaßt. 

Fundorte für B. baculoides: Mitt. Turon Wein- 
böhla, Strehlen, Zschertnitz, Teplitzer Straße. 

Placenticeras memoria Scliloenbachi Laube und Taf. ix, 

Fig. 3. 

Bruder (Amm. cf. bicurvatus). Das im 
Durchmesser 15 — 20 cm hohe diskus- 
förmige Gehäuse trägt über dem engen 
und tiefen Nabel kleine (häufig abgerie- 



— 62 — 

bene) Knoten. Die ursprünglich mit sichel- 
förmigen Rippen bedeckten Flanken sind 
bei unseren Formen meist glatt abgerieben. 
Placenticeras Orbignyanum Geinitz sp. aus 
dem Ob. Turon und Senon unterscheidet 
sich von erstgenannter Art durch engeren 
Nabel, deutliche Nabelknoten und stark 
abgeplattete Externseite. 

Fundorte: Cenoinan ückerwitz, Plauen, Goppeln. 

Puzosia Austeni vSharpe sp. Der Art gehören 
die großen bis zu 50 cm hohen flach- 
scheibenförmigen Gehäuse an mit großer 
Nabelweite und gerundeter Externseite. 

Fundorte : Unt. Tiiron Leiitewitz ; MM. Ttiron 
Weinböhla, Strahlen. 

Taf. IX, Pachydiscus peramplus Mantell sp. kommt in 

Fig. 4. 

Größen bis über 50 cm Durchmesser vor. 
Der letzte Umgang umfaßt den vorher- 
gehenden bis etwa zur Hälfte. Die Ver- 
zierung besteht aus 8 — 10 Hauptrippen, 
die an der Nabelkante als Knoten be- 
ginnen, auf den Flanken nach rückwärts, 
später nach vorn geschwungen über die 
gewölbte Externseite verlaufen. Zwischen 
die Hauptrippen schieben sich 3 — 5 auf den 
Flanken beginnende Nebenrippen ein. Bei 
größeren Stücken (Durchmesser = 30 cm) 
sind von der Verzierung meist nur die Nabel- 
knoten sichtbar. Durch spätere Pressung 



- 63 - 

erscheint der Querschnitt der Windungen 
häufig dachförmig. 

Fundorte : Cenoman Ockerwitz ; Unt. Turon Leute- 
witz, Cotta, Räcknitz, Leubnitz; Mitt. Titron 
Weinböhla, Strehlen, Teplitzer Straße. 

Pulchellia Gesliana d'Orbigny sp. Gehäuse Taf. ix, 

Fig- 5- 
scheibenförmig, enggenabelt. Flanken mit 

flachen, sich gabelnden oder einschaltenden 
Sichelrippen bedeckt, die gegen die Extern- 
seite an Stärke zunehmen; letztere ist ab- 
geplattet, zum Teil leicht vertieft und in 
der Jugend von seitlich gepreßten Knötchen 
umsäumt (s. Fig. 5 a). 

Fundorte: Cenoman Zschonermühle , Ockerwitz, 
Weischhufe, Dohna B. 

DouvilleicerasMantelliSowerbysp. kommt nicht J-'af. XI, 

Fig. I . 

selten in Größen bis zu 30 cm Durchmesser 
vor. Der Querschnitt der Windungen ■ 
(Fig. la) ist annähernd quadratisch. Die 
Verzierung besteht aus wulstigen Rippen, 
die abwechselnd am Nabel mit leichten 
Anschwellungen und glatt unterhalb der 
Flankenmitte beginnen; sie verlaufen gerade 
und an Stärke zunehmend über die flach 
gewölbte Externseite. D. Mantelli ist eine 
der wenigen im Quader vorkommenden 
Ammonitenarten. 

Fundorte: Cenoman Oberau, Ockerwitz, Zschoner- 
mühle, Geschütz, Bannewitz, Prinzenhöhe, Welsch- 
hufe, Goldene Höhe, Cunnersdorf, Oberhäßlich. 

Maiuiuites Michelobensis Laube und Bruder. Taf. x, 

Fig I. 

Die im Querschnitt anfangs quadratischen, 



- Ö4 - 

später etwas höher als breiten Umgänge 
umfassen sich in der Jugend um die Hälfte 
im Alter um ein Drittel ihrer Höhe. Die 
Verzierung besteht aus kräftigen, vom 
Nabelrand etwas abgerückten Knoten, von 
denen wulstige Rippen ausstrahlen. Die 
Externseite (s Fig. i a) trägt vier Reihen 
warzenförmiger (nicht seitlich gepreßter) 
Knoten. Eine Kielreihe fehlt. Bei älteren 
Formen verdicken sich die Knoten der 
den Flanken genäherten Reihen, während 
die den Sipho flankierenden allmählich 
verschwinden. M. Michelobensis ist der 
häufigste Ammonit des Labiatuspläners 
und die Form, die irrtümlich meist als „Am- 
momYes Woolgart' zitiert wird. 

Fundorte: Unt. Tiiron Leubnitz. 

Taf. X, Maiiiiuites binicostatus Petrascheck. Jugendfor- 

Fig. 2. 

men (Durchmesser==5cm) weichen vonaus- 
gewachsenen (D. = I o cm) nicht unerheblich 
ab. Erstere sind kugelig aufgetrieben; 
Dicke des Umganges wenig kleiner als 
Höhe; die Verzierung besteht aus 6 — 8 sehr 
kräftigen Nabelknoten mit ausstrahlenden, 
scharf vortretenden Gabelrippen; zwischen 
zwei derselben schaltet sich eine einfache 
Rippe ein. Gegen außen zu schwellen sie 
knotenförmig an, so daß auf der Extern- 
seite anfangs vier Reihen von Knoten 
sichtbar sind. Bei erwachsenen Formen 



nimmt die Windung an Höhe rasch zu; 
die Rippen verlieren sich auf den Flanken 
und treten nur gegen die Außenkante hin 
stärker vor. Die Externseite trägt nur 
zwei der Sipholinie eng anliegende 
Reihen kleiner, langgezogener Knötchen, 
die sich weiterhin in zwei flache, eine 
seichte Rinne einschließende Leisten auf- 
lösen. 

Fundorte: Unt. Ttiron Leubnitz. 

Acanthoceras Schlüterianuiu Laube und Bruder. T,^^ ^' 

Flg. 3. 

Letzte Windung umfaßt die vorige etwa 
bis zur Hälfte. Bei der Bestimmung ist 
besonders auf die inneren Umgänge zu 
achten. Die Berippung ist hier ziemlich 
dicht und regelmäßig, gegabelte oder 
eingeschaltete Rippen sind selten; eigent- 
liche Nabelknoten fehlen, dagegen sind die 
Rippen am Nabelrand häufig leicht ange- 
schwollen. Auf der Externseite (s. Fig. 3 a) 
beobachtet man fünf Reihen von Knoten: 
über dem Sipho eine mediane Kielreihe, 
flankiert von je zwei weiteren (vergl. 
Textfig. Xb, ks u. ke)\ bei den drei mittleren 
Reihen sind die Knoten schwächer und 
seitlich zusammengepreßt, während die den 
Flanken genäherten {kf) stumpf konische 
Höcker bilden. Auf der Wohnkammer 
größerer Stücke verschwinden die Rip- 
pen und die Knoten der Kielreihe mehr 

Wanderer, Tierversteinerungen. 5 



— 66 — 

und mehr, diejenigen der paarigen Reihen 
dagegen verschmelzen zu langen, stumpfen 
Dornen. 

Fundorte: Unt. Tiiron Kemnitz, Brießnitz, Leute- 
witz, Cotta, Leubnitz; Mitt. Tziron Strehlen. 

Taf. XII, Acanthoceras Fleuriausianum d'Orbigny sp. 

Fig. I. 

Nabelweite bei inneren Umgängen kleiner 
als bei der vorigen Art. Die wulstigen, mit 
kräftigen Nabelknoten (8 — lo) beginnenden 
Rippen sind meist gegabelt und über der 
Stelle, an der bei A. Schlüterianum die 
kräftigen Höcker stehen, nur leicht ange- 
schwollen. So weist die Externseite (s. 
Fig. \ä\, nur drei Reihen seitlich ge- 
preßter Knoten auf: eine Kielreihe und 
zwei seitliche. Bei größeren Formen er- 
weitert sich der Nabel, die Nabelknoten 
können verschwinden; an Stelle der ge- 
gabelten treten eingeschaltete Rippen. Auf 
der Wohnkammer kommt es nie zu stär- 
kerer Knotenbildung. Wie Mammites 
Michelobensis sind auch die beiden ge- 
nannten Acanthocerasarten häufig als „Am- 
monites WoolgarV' zitiert. 

Fundorte: Unt. Tiiron Brießnitz, Cotta, Leubnitz. 

Taf. XII, Prionotropis Carolinus d'Orbigny sp. Durch- 

Fig. 2. 

messer selten über 3 cm. Höhe des Um- 
ganges gTößer oder gleich der Nabelweite. 
Die nach vorn geneigten Rippen stehen 
bei den inneren Winduneen sehr dicht 



- 67 - 

{30 — 4o)' vergrößern aber im Weiter Wachs- 
tum ihre Abstände wesentlich. Die Rippen 
tragen am Nabelrand kleine, an der Extern- 
kante eine kleine innere und eine größere 
äußere knotige Anschwellung, Auf der | 

Externseite zieht sich ein anfangs glatter, 
bzw. gezähnter, später grob sägeförmig 
gezackter Kiel hin. 

Fundorte: Unt. Turon Räcknitz, Gostritz; Mitt. 
Turon Teplitzer Straße, Walkmühle bei Pirna. 

Scaphites Geinitzi d'Orbigny. Innere Windungen Taf. xii, 

Fig. 3. 
eng genabelt, spiral eingerollt; der letzte 

Umgang ist aus der Spirale losgelöst und 
biegt sich erst später wieder um. Der ein- 
gerollte und der gerade gestreckte Teil 
des Gehäuses trägt auf den Flanken stär- 
kere, in Knoten endende Rippen; die ge- 
rundete Externseite und der umgebogene 
Teil des Gehäuses ist mit feinen Streifen 
bedeckt. Sc. Geinitzi ist in Sachsen nur 
in Größen zwischen 3 — 5 cm bekannt. 

Fundorte: Alitt. Turon Weinbölila, Strehlen, Birk- 
witz, Copitz; Oh. Turon Zatzschke. 



— 68 — 




Fig. XI. 

Schema eines 

Belemniten. 



Belemnites 

gehört einer ausgestorbenen Familie 
von Tintenfischen an. Die Schalen- 
teile sind nach innen verlagert; sie 
bestehen aus einer stab- oder keulen- 
-förmigen Scheide [Rostritm, r), an 
der sich als Zeichen, daß sie von 
Fleisch umkleidet war, zum Teil 
noch Gefäßeindrücke wahrnehmen 
lassen. Am oberen Ende trägt die 
Scheide eine konisch sich verjüngende 
Höhlung {Alveole, a), in welche der 
gekammerte, mit Sipho versehene Teil 
der Schale — das eigentliche Analogon 
des Cephalopodengehäuses — der 
Phragniokon (ph) eingepaßt ist. Auf 
der Rückenseite setzt sich der Phrag- 
mokon zu einem breiten aber dünnen 
Blatt, dem Schulp {Proost rakon, s) 
fort, welches dem bekannten Kalk- 
blatt der heute lebenden Tintenfische 
entspricht. 

r = Scheide (Rostrum) 
a = Alveole d. r 
ph = Phragmokon mit 
k =^ Kammern 
s = Schulp (Proostrakon). 



Vorkommen und Verbreitung. 

Für die sächsische Kreide kommt aus obiger 
Familie einzig- die Untergattung Actinocamax 
mit der Art A. plenus in Betracht; sie ist fast 
ausschließlich auf die Plänerfazies beschränkt, 
häufig im Cenoman, selten im Turon. 



Taf. XI, Actinocamax plenus Blainville sp. Man findet 

Fig. 2. 

von der Art meist nur die bis locm lange 

keulenförmige, unten zugespitzte Scheide; 



- 69 - 

ihr Oberrand ist meist polygonal abge- 
blättert. Der dazugehörende gekammerte 
Phragmokon findet sich selten, der Schulp 
ist nie erhalten. 

Fundorte : Cenoman Oberau, Zschonermühle, Plauen, 
Döltzschen, Coschütz, Gamig Hübei, Dohna K. ; 
Mitt. Ttiron Weinböhla, Strehlen; Ob. Tiiron 
Zatzschke. 



Crustacea, Krebstiere. 

Aus der Klasse der Krebstiere kennen wir in der sächsischen 
Kreide Vertreter dreier verschiedener Ordnungen: 

I. Cirripedia , Rankenfüßler , kleine festgewachsene Meeres- 
krebse, deren Körper meist von zahlreichen verschieden ge- 
stalteten Kalkplättchen schützend umkleidet wird. Hierher 
gehören die Gattungen Pollicipes , Scalpellutn und Loricula. 

II. Ostracoda , Muschelkrebse sind Meer- und Süßwasser- 
bewohner; wie der Name besagt, sind sie ähnlich wie Muscheln 
von zwei Schalen umgeben. (Da unsere Gattungen kaum 
mehr als Millimetergröße besitzen, erwecken sie wenig samm- 
lerisches Interesse und scheiden darum aus unseren Betrach- 
tungen aus.) 

III. Decapoda., Zehnfüßler. Sie stellen die höchste Entwick- 
lung in der Klasse dar. Zu ihnen gehört u. a. unser be- 
kannter Flußkrebs und der Hummer. Die wichtigsten Ver- 
treter davon aus der sächsischen Kreide sind die Gattungen 

CalUanassa und Enoploclytia. 



Vorkommen und Verbreitung der Crustaceen in der 
sächsischen Kreide. 

Das Vorkommen von Cirripedien ist auf 
die Plänerfazies des Cenomans und mittleren 
Turons beschränkt. In letztgenannten Horizont 
fällt auch die Hauptverbreitung der Muschel- 
krebse. Decapoden sind sowohl aus der Pläner- 



— 70 — 

wie Quaderfazies des Cenomans sowie des unte- 
ren und mittleren Turons bekannt, 

Taf. xir, Pollicipes glaber F. A. Roemer. Scalpellum 

Fig. 4—5. 

cenoiiianense Geinitz. Fig. 4 stellt ein als 
carina, Fig. 4 a ein als scutum bezeichnetes 
Plättchen des Schalenpanzers von P. glaber 
dar, Fig. 5 die carina von Sc. ceno- 
manense. 

Fundorte für P. glaber: Mitt. Tn?'on Strehlen, 

Teplitzer Straße. 
Fundorte für Sc. cenomanense: Cenoman Plauen. 

Taf. xir, Callianassa antiqua Otto. Fig. 6 stellt das 
Fig. 6. 

erste Imßpaar dieser Decapodenart dar, 

bei welcher die eine Schere stets kräftiger 

entwickelt ist als die andere. 

Fundorte: Cenoman Dohna B., Malter, Oberhäßlich. 



Pisces, Fische. 

Von den Fischen der sächsi.schen Kreide gehört die Hälfte 
aller Arten den Selachii = Knorpelfischen an, und zwar 
sind es fast ausschließlich Hai- und Rochenfische [Plagiostomi) ; 
die Wirbelsäule dieser Gruppe ist knorpelig, die Schwanzflosse 
unsymmetrisch, nach oben verlängert, die Mundspalte liegt 
quer, eine Schwimmblase fehlt. Hierher gehören die Gattungen 

Oxyrhina, Lamna (Otodus), Corax, Ptychodus. 
Nur wenig arten- aber wesentlich individuenärmer ist die 
zweite Unterklasse, die der Teleostei = Knochenfische; zu 
ihnen gehört die Mehrzahl unserer heute lebenden Fische; 
die Wirbelsäule ist verknöchert, die Schwanzflosse symmetrisch, 
eine Schwimmblase ist vorhanden. 

Die Ganoidei = Sclinielzscliupper, die eine vermittelnde 
Stellung zwischen Selachiern und Teleosteern einnehmen und sich 
durch einen Schmelzüberzug der Schuppen auszeichnen, sind 
in der sächsischen Kreide nur durch eine Gattung, Coelodus 
(Pycnodus) vertreten. 



— 71 — 

Vorkommen und Verbreitung der Fische in der 
sächsischen Kreide. 

Als fischführend kommen hauptsächlich 
zwei Horizonte in Betracht, das Cenoman 
und das mittlere Turon in der Plänerfazies 
(Strehlen). Ganze Fische kommen fast nie vor; 
die Funde stellen lediglich isolierte Skeletteile 
dar, wie Zähne und Wirbel von Selachiern, 
Schuppen oder Schädelknochen von Teleosteern. 

Oxyrhina Mantelli Agassiz. Bezeichnend für Taf. XII, 

Fig. 7- 
die Gattung ist das Fehlen von seitlichen 

Nebenzähnen. Je nach der Stellung" im 
Rachen ist Gestalt und Größe der bis 
4 cm hohen Zähne sehr verschieden. Die 
geraden zungenförmigen (Fig. 7 ^, f, g) 
stehen im vorderen Teil der Kiefer; gegen 
den Schlund zu nehmen die Zähne an 
Größe ab und sind nach hinten geneigt 
(F"ig. 7« — d). Die flache Seite des Zahnes 
(Fig.7 ^) ist nach außen, die gewölbte (Fig. 7^) 
nach innen gekehrt. Die großen flachschei- 
benförmigen Wirbelkörper (Fig. 17) werden 
dieser Art zugezählt. O. Mantelli ist 
selten im Cenoman, um so häufiger im 
Mittelturon. 

Fundorte: Cenoman Plauen; Mitt. Turon Wein- 
böhla, Strehlen, Tepiitzer Straße, Krietzschwitz, 
Hoher Schneeberg. 

Oxyrhina angustidens Reuß. Die Zähne sind Taf. Xll, 

Fig. 8. 
denen der vorigen Art sehr ähnlich, er- 



— 72 — 

reichen aber niemals deren Größe; Haupt- 
verbreitung im Cenoman, selten im Turon. 

Fundorte : Cefioman Plauen, Gamig Hübel, Dohiia K. ; 
Mitt. Tia'on Strehlen, Teplitzer Straße. 

Taf. XII, Lanina appendiculata Agassiz sp. (Otodus ap- 

P"ig. 9. 

pendiculatus). Die Mittelspitze der Zähne 
erinnert lebhaft an die von Oxyrhina Man- 
telli, doch ist sie stets — ein Merkmal für 
die Gattung — von kräftigen, glatten 
Nebenzähnen umgeben. 

Fundorte: Cenoma?i Plauen, Gamig Hübel (sehr 
selten); Mitt. Turon Weinböhla, Strehlen, Zschert- 
nitz, Krietzschwitz. 

Taf. XII, Odontaspis sulcatus Geinitzsp. (Odotus sulcatus) 

Fig. 10. 

unterscheidet sich von L. appendiculata 

durch spitzere, kleinere Nebenzähne, die 
wie der Hauptzahn an der Basis fein ge- 
streift sind; letzterer verjüngt sich nach 
oben ziemlich unvermittelt. Bei dem ähn- 
lichen Odontaspis raphiodon Agassiz reicht 
die Streifung bis zur Mitte der Krone. 

Fundorte: Cejiotnan Plauen, Gamig Hübel. 

Taf. XII, Corax falcatiis Agassiz (Corax heterodon). Be- 

Fig. II. 

zeichnend für den kleinen dreieckigen Zahn 
ist die feine sägeartige Kerbung der schar- 
fen Kanten, 

Fundorte: Mitt. Tuj-on Weinböhla, Strehlen, Zschert- 
nitz, Teplitzer Straße, Krietzschwitz, Hoher Schnee- 
berg. 

Taf. XII, Ptychodus mamiiiillaris Agassiz. Ptychodus 
Fig. \z " 

u. 13. latissimus Agassiz. Es sind von dieser 

Gattung- ausschließlich Zähne bekannt; 



-- 73 — 

diese stellen annähernd quadratische Platten 
dar mit unregelmäßig gekörnelter oder ge- 
riefter Randzone und aufgetriebener, mit 
Ouerrunzeln versehener Mittelpartie. Pt. 
latissimus (Fig. 13) unterscheidet sich, ab- 
gesehen von seiner bedeutenderen Größe 
von dem kleineren Pt. mammillaris (Fig. 12) 
hauptsächlich durch die spärlicheren, dafür 
um so kräftigeren Falten seiner Mittelpartie. 

Fundorte für Pt. raaramillaris : Cenoman Gamig 
Hübe! ; Mitt. Turon Zschertnitz, Weinböhla, 
Strehlen; für Pt. latissimus: Mitt. Turon Wein- 
böhla, Strehlen. 

€oelodus cretaceus Agassiz sp. (Pycnodus cre- Taf. xir, 

Fig. 14. 

taceus). Die kleinen, ganz flachen, glatten 
Zähnchen dieser Art sind in fünf Reihen 
angeordnet, einer mit größeren querlanzett- 
förmigen und je zwei Reihen kleinerer 
Zahnplatten. Ganze Gaumenplatten sind 
sehr selten. 

Fundorte: Cenomati Plauen, Gamig Hübel, Groß- 
Sedlitz; Mitt. Turon Weinböhla, Strehlen. 

Coelodus complanatus Agassiz sp. (P3'cnodus Taf. Xli. 

Fig. 15. 

complanatus). Der Art werden isoliert 
vorkommende ovale bis bohnenförmige, 
mitunter auch keilförmige Zähne zuge- 
schrieben, deren glänzende Oberfläche 
teils glatt, teils fein punktiert erscheint. 

Fundorte: Cenoman Plauen, Gamig Hübel. 

Fischreste. Fig. 16—17 stellen Wirbelkörper Taf. Xil, 

Fig. 16 
verschiedener Fischarten dar, Fig. 18 die bis 18. 



— 74 — 

Schuppe eines Knochenfisches (Cladocyc- 
lus). Als Koprolith (Fig. 19) werden die 
Fäzes von Fischen und Sauriern bezeichnet. 



Reptilien, Kriechtiere. 

Von Amphibien, Lurchen, besitzen wir aus der sächsischen 
Kreide keinerlei Reste ; Reptiüen gehören zu den größten 
Seltenheiten. Die wenigen Skeletteile, die sich bis jetzt fanden, 
gehören zu den Cheloniern, Meerschildkröten (Mitt. Turon), 
und der durch die Gattung Plesiosaurus bekannten Familie 
der Plesiosauriden (Mitt. Turon und Cenoman). Vögel- und 
Säugetierreste sind aus der sächsischen Kreide nicht bekannt. 

Taf. XII, Plesiosaurus sp. Der kleine spitzkegelförmige 

Fig. 20. 

Zahn mit feinen Längsriefen gehört hier- 
her; er entstammt dem cenomanen Pläner 
von Plauen. 



Verzeichnis der Arten. 



(Die in Sperrschrift angeführten Namen stellen Synonyma 
dar, die mit * versehenen Arten sind nicht abgebildet.) 

Seite 

Acanthoceras Fleuriausianum d'Orb. sp 66 

Schlüterianum Lb. u. Brd 65 

Actaeon ovum 56 

Actinocamax plenus Blainv. sp 68 

Alectryonia carinata Lam. sp 35 

diluviana L. sp 35 

Ammonites Austeni 62 

bicurvatus 61 

binicostatus 64 

Carolin US 66 

Fleuriausianus 66 

Geslianus 63 

Mantelli 63 

Michelobensis 63 

peramplus 62 

Schlüterianus 65 

Woolgari 64, 66 

Aporrhais (Helicaulax) Buchi Alünst. sp 56 

stenoptera Goldf. sp 55 

(Lispodesthes) megaloptera Rß. sp 55 

Area Galliennei d'Orb 38 

Astroboha Plauensis Gein. sp 4 

Astrocoenia Tourtiensis Bölsche 7 

Avellana cassis 56 

d'Archiaciana 56 

sculptilis 56 

Avicula anomala Sow 25 

glabra Rß 24 

BacuHtes baculoides d'Orb 61 

*subbaculoides Gein 61 

Belemnitella plena 68 

Bohrmuscheln 43 

Callianassa antiqua Otto 70 

Cardiaster Ananchytis Lesk. sp 14 



- 76 - 

Seite 

Carditateniiicosta 40 

Cardium alternans Rß 42 

bipartitum d'Orb 41 

cenomanense d'Orb. 42 

*deforme Gein 41 

Catopygus Albensis Gein 13 

Cerithium belgicum Münst 55 

Bircki Gein 55 

Cerithium Hübleri 54 

Cerithium infibulatum Gein 54 

interpunctatimi Gein 53 

Cerithium Margarethae 54 

Cerithium Rudolphi Gein 54 

Cerithium Strombecki 54 

Cerithium tectiforme Eink 54 

Chemnitzia Reussiana Gein. sp 53 

Chonella Roemeri Gein. sp 4 

Cidaris Dixoni il 

Cidaris Sorigneti Des 12 

Cidaris (Dorocidaris) vesiculosa Goldf Ii 

Cidaris (Thylocidaris) Strombecki Des 1 1 

Cinulia Humboldti Müll, sp 56 

Cladocyclus 74 

Codiopsis Doma Desm 12 

Coelodus complanalus Ag. sp 73 

cretaceus Ag. sp 73 

Corax falcatus Ag 72 

Corax heterodon 72 

Crania gracilis Münst 19 

Craticularia lenuis Roem. sp 4 

Ciibrospongiaangustata 5 

subreticulata 4 

Cristellaria 2 

CucuUaea glabra Park 39 

*subglabra d'Orb. sp 39 

CtipulospongiaRoemeri 4 

Cyphosomaradiatum 12 

Cyprina quadrata d'Orb 42 

Dentahum medium Sow 57 

polygonuni Rß 57 

Dimorphastraea parallela Rß. sp 6 

Douvilleiceras Mantelli Sow. sp 63 

Elasmostoma consobrinuin d'Orb. sp 5 

'■'Normanianum d'Orb. sp 5 

Emarginula Buchi Gein 46 

Emarginulapelagica 46 

*Enoploclytia Leachi Mant. sp 69 

Eriphyla lenticularis Goldf. sp 40 

'"Striata Sow 40 

Euchrysalis Laubeana 52 

Stoliczkai 52 



— 77 — 

Seite 

Exogyra columba Lam. sp -3" 

conica Sow. sp 37 

haliotoidea Sow. sp 37 

lateralis Nilss. sp 3^ 

sigmoidea Rß. sp 37 

Prondicularia 2 

Gastrochaena amphisbaena Goldf 43 

ostreae Gein • • • 43 

Hemiaster sublacunosus Gein . . 15 

Holaster planus Mant. sp 13 

Inoceramus bohemicus Leonh 26 

Brongniarti Sow 27 

Cu Vieri Sow 28 

labiatus Schloth 27 

latus Mant 28 

Inoceramus striatiis 26 

Koprolith (Macropoma Mantelli Ag.) 74 

Lamna appendiculata Ag. sp 72 

Lima canalifera Goldf 28 

elongata Gein 29 

Lima Hoperi 30 

Lima Plauensis Gein 29 

pseudocardium Rss 29 

Lima Sowerbyi 3*^ 

Lima (Plagiostoma) cretacea Wood 30 

Hoperi Mant 30 

Litorina gracilis 5' 

Littorina minuta Gein 5 ' 

peclinata Dening 51 

*Loricula ^ ... 69 

Mammites binicostatus Petrasch 64 

Michelobensis Lb. u. Brd 63 

Micraster cor testudinarium Goldf I4 

Modiola? arcacea Gein 3^ 

Modiola Cottae 38 

Mutiella Ringmerensis Mant 41 

Mytilus Galliennei d'Orb 38 

Mytilus Neptuni 25 

Natica Gentii 5^^ 

Natica (Lunatia) Geinitzi d'Orb 51 

*Nautilus elegans Sow 59 

*rugatus Fritsch u. Schloenb 59 

sublaevigatus d'Orb 58 

Nerinea Geinitzi Goldf 53 



— 7« — 

Seite 

Nerita nodosa Gein. sp 50 

Neritopsis costulata Roem. sp 5^ 

Neritopsis nodosa 50 

Nodosaria 2 

Nucula pectinata Sow 39 

*Odontaspis raphiodon Ag. sp 72 

Odontaspis sulcatus Gein. sp 72 

Odotus appendiculat-us 72 

Odotus sulcatus 72 

Operculum 48 

Opis bicornis Gein 40 

Oleaster thoracifer Gein 8 

Ostrea carinata 35 

columba 36 

conica 37 

diluviana 35 

haliotoidea 37 

Ostrea hippopodium Nilss 36 

Ostrea lateralis 36 

sigmoidert 37 

Oxyrhina angustidens Rß Jl 

Mantelli Ag 71 

Pachydiscus peramplus Mant. sp. . . . . . . . . 62 

Parasmilia centralis Mant . 7 

Pecten (Camptonectes) curvatus Gein. . . . . . -31 

Pecten (Chlaniys) acuminatus Gein 3*^ 

elongatus Lam 30 

Galliennei d'Orb 31 

Rhotomagensis d'Orb ..31 

Pecten (Entolium) membranaceus Nilss. ....... 32 

Nilssoni Goldf -32 

Pectunculus obsoletus Goldf 39 

Phymosoma (Gauthieria) radiatum Sorig. sp 12 

Pinna Cottai Gein 25 

*cretacea Schloth. 26 

decussata Goldf. . 26 

PJacenticeras memoria Schloenbachi Lb. u. Brd. . . . 6i 

*Orbignyanum Gein. sp. .......... 62 

Placoseris Geinitzi Bölsche 6 

Plesiosaurus 74 

Pleurotomaria (Leptomaria) Geinitzi d'Orb. ..... 46 

linearis Mant 47 

Plauensis Gein 46 

Pollicipes glaber Roem 7° 

Prionotropis Carolinus d'Orb. sp. . . .' 66 

Protocardia hillana Sow. sp 4^ 

Psammohelia granulata Bölsche 7 

Pseudomelania Laubeana Gein. sp 5^ 

Stoliczkai Gein. sp 5^ 

Ptychodus latissimus Ag 72 

mammillaris Ag -72 

Pulcheilia Gesliana d'Orb. sp -63 



— 79 — 

Seite 

*Puzosia Austeni Sharpe sp ' . . . . 62 

Pycnodus complanatus 73 

cretaceus 73 

Pyrina Des Moulinsi d'Arch 13 

*inflata d'Orb. 13 

Radiolites Saxoniae Roem ■..■.... 40 

Rhynchonella compressa Lam. sp 19 

Grasiana d'Orb 18 

Mantelliana Sow. sp 18 

plicatilis Sow. sp 19 

Rostellaria Buchi 56 

calcarata 55 

Reussi var. megaloptera • • 55 

Scalpellum cenomanense Gein 70 

Scaphites Geinitzi d'Orb 67 

Septifer lineatus Sow. sp 38 

Serpuia gordialis Schloth 20 

macropus Sow 21 

Ootatoorensis Stoiiczka 21 

septemsulcata Reich u. Cotta 21 

Siphonia Geinitzi Zitt 3 

Siphoniapiriformis 3 

Spondylus hystrix Goldf 34 

spinosus Sow. sp 34 

striatus Sow. sp 34 

Stegoconcha Neptuni Goldf 25 

Stellaster Plauensis Gein 9 

Stellispongia Plauensis 4 

Stelzneria cepacea Gein 47 

Synhelia gibbosa Münst. sp 7 

Terebratula biplicata Sow 17 

phaseolina Lam ■ 17 

semiglobosa Sow. . - 17 

*Terebratulina gracilis Schloth ' . . 18 

rigida Sow. sp 18 

striatula Mant. sp 18 

Trochus Fischeri Gein 50 

Trochus (Craspedotus) Geslini d'Arch. sp •. 49 

Reichi Gein. sp 49 

Trochus (Ziziphinus) Buneli d'Arch 49 

Geinitzi Rß 48 

Turbo Buchi Goldf. sp 48 

Goupilianus d'Orb 47 

Turbo Leonhardi 48 

Turbo Naumanni Gein 48 

Turbo Reichi 49 

Turritella granulata 52 

Turritella Kirsteni Gein 52 

Turritella multistriata 51 

Turritella sexlineata Roem 51 



— 8o — 



Venericardia tenuicosta Sow. 
Ventriculites angustatus Roem. sp. 
Venus faba Sow 

Goldfussi Gein 

Vola (Neithea) aequicostata Lam. sp. 

notabilis Münst. sp. 

phaseola Lam. sp. 

*quadricostata Sow. sp. 

quinquecostata Sow. sp. 
Vola digitalis Roem. 
Volata Roem er i 

suturalis 

Volutilithes subsemiplicatus d'Orb. sp. 
Vohitoderma Roemeri Gein. sp. 



40 

5 
42 

43 
33 
33 
32 
33 
33 
34 
56 
56 
56 



1 

I • 



B erichtig'uugeu . 

statt : lies : 

Teplitzerstraße (S. 12, 14, 18) Teplitzer Straße 

Rhynchonella Grasiana cl'Or- Rhynchonella Grasiana d'Or- 

bigny sp. (S. 18) bigny 

Pektenarten (S. 30) Pectenarien 



Tafel 



Foraminiferen und Coelenteraten. 



Fig. 
Fig. 
Fig. 
Fie. 



Fig. 


6. 


Fig. 


1 ■ 


Fig. 


8. 


Flg. 


9- 


Fig. 


lO. 


Fig. 


1 1. 


Fig. 


12. 


Fig. 


13- 


Fig. 


14. 


Fig. 


15- 



Nodosa ria, 4 — 5 nial vergrößert. S. 2. 
F'rondicularia, 4 — 5 mal vergrößert. S. 2. 
Cristellaria, 4 — 5 mal vergrößert. -S. 2. 
.Siphonia Geinitzi Zittel , 4;? angeschliffen, 4^ 
zwei verwachsene Individuen, 4r Einzelindividuuni . 
S. 3- 

Craticularia tenuis Roemer sp., '/., natürl. Größe. 
S. 4. 

Ven triculi tes angustatus Roemer sp. S. 5. 
Astrobolia Plauensis Geinitz sp., von oben, 
~a von unten. S. 4. 

Chonella Roemeri Geinitz sp. S. 4. 
Elasmostoma consobrinum d'Orbigny sp. .S. 5. 
Placoseris Geinitzi Bölsche. S. 6. 
Dimorpbastraea parallela Reuß sp. S. 6. 
Psanimohelia granulata Bölsche. S. 7. 
Astrocoenia Tourtiensis Bölsche. S. 7. 
Synhelia gibbosa Münster sp. S. 7. 
Parasmilia centralis Mantell, 15(7 Pyritsleinkern 
des Kelches. S. 7. 



Wanderer, Tierversteinerungen der säclis. Kreide. 

1 Z 2"- 

I 



Tafel I. 




Verlag von Gustav Fischer in Jena. 



Tafel II. 
Echinodermen. 

Fig. I. Stellaster Plauensis Geinitz, Randplatten. S. 9. 
Fig. 2. Oreaster thoracifer Geinitz, Randplatten. S. 8. 
Fig. 3. Cidarisvesiculosa Goldfuß, ein Interambuläkral- 

feld und zwei Ambulakralfelder im Zusammenhang, 

3« und 3^ Stacheln. S. ri. 

Cidaris Sorigneti Desor, Stacheln. S. 12. 

Cidaris Strombecki Desor, Stachel. S. 11. 

Phymosoma radiatum Sorignet sp., von oben, 

6(7 von der Seile. S. 12. 

Codiopsis Doma Desmarets sp., von der .Seite, 

7*7 von unten. S. 12. 

Pyrina Des Moulinsi d'Archiac, von oben, 

8(7 von unten. S. 13. 

Catopygus Albensis Geinitz, von oben, ga von 

unten, gb von der Seite. S. 13. 
Fig. 10. Holaster planus Mantell sp., von oben, lo«' von 

der Seite. S. 13. 
Fig. II. Cardiaster Ananchytis Leske sp., Steinkern 

von oben, 11 a von hinten. S. 14. 
Fig. 12. Micraster cor tes tudinarium Goldfuß, von 

oben, I2i7 von der Seite, 12^; Jugendform von 

unten. S. 14. 
Fig. 13. Hern last er sublacunosus Geinitz, von oben, 

13 ß von hinten. S. 15. 



Fig. 


4' 


Fig. 


5' 


Fig. 


6. 


Fig. 


7- 


Fig. 


8, 


Fig. 


9. 



Wanderer, Tierversteinerungen der sächs. Kreide. 



Tafel IL 





Verlag von Gustav Fischer in Jena 



Tafel III. 
Brachiopoden und Würmer. 

Fig. I. Terebratula semiglobosa Sovverby, Rücken- 
seite, la Seitenansicht, ib Bauchseite. S. 17. 

Fig. 2. Terebratula phaseolina Lamarck, Rückenseite, 
2 « Seitenansicht, 2 b Stirnansicht, 2c und 2d Ju- 
gendformen von der Rückenseite. S. 17. 

F'ö- 3- Terebratula biplicata Sowerby, Rückenseite, 
3 a Jugendforni in Seitenansicht, 3 b v, d. Rücken- 
seite. S. 17. 

P"ig. 4. Terebratuli na rigida Sowerby sp., Rückenseite, 
4« Seitenansicht. S. 18. 

Fig. 5. Terebratulina striatula Mantel! sp., Rücken- 
seite, 5(7 Seitenansicht. S. 18. 

Fig. 6. Rhynchonella plicatilis Sowerby sp., Rücken- 
seite, 6« Seitenansicht, 6r Stirnansicht, 6b Steui- 
kern v. d. Rückenseite. S. 19. 
Rhynchonella M a n t e 11 i a n a .Sowerby sp., 
Rückenseite, 717 Seitenansicht. S. 18. 
Rhynchonella Grasiana d'Orbigny, Rücken- 
seite, Sa Seitenansicht. S. i8. 

Rhynchonella c o m p r e s s a Lamarck sp. , Rücken- 
seite, 9« Seiten-, C)b Stirnansicht, 9^ stark unsym- 
metrische Form V d. Rückenseite, 9^/ 11. ()(• ver- 
schiedene Stirnansichten, 9 f Steinkern v. d. Rücken- 
seite. S. 19. 

Fig. 10. Crania gracilis Münster, von aid^en, 10« von 
innen. S. 19. 

Fig. II. Serpula Oo ta 1 001 ensis Stoliczka. S. 21. 

B'ig. 12. Serpula septerasulcata Reich u. Cotta. S. 21. 

i^'g- ^3- Serpula gordialis Schlotheim. S. 20. 

Fig. 14. Seipula macropus Sowerby. S. 21. 



Fig. 


7- 


Fig. 


8. 


Fig. 


9- 



Wanderer, Tieiversteinerungen der sächs. Kreide. 

7* "^. / 



Tafel III. 






3^ 



i 




7 7' 




2d 




3b 




8 ö<^ 





12 



10 10"^ 






n 




13 





Verlag von Gustav Fischer in Jena. 



Tafel IV. 
Lamellibranchiaten (I). 

Avicula glabra Reuß, linke Schale. S. 24. 

Aviciila anomala Sowerby, linke Schale. S. 25. 

Stegoconcha Neptuni Goldfuß sp., rechte Schale. 

S. 25. 

Pinna Cottai Geinitz, linke Schale. S. 25. 

Pinna decussata Goldfaß, linke Schale. S. 26. 

Inoceramus bohemiciis Leonhardt, linke Schale. 

S. 26. 
Fig. 7. Inoceramus labiatus Schlotheim sp., rechte 

Schale. S. 27. 
Fig. 8. Inoceramus Brongniarti Sowerby, rechte 

Schale, 8a Jugendform. S. 27. 
Fig. 9. Inoceramus latus Manteli, rechte Schale. S. 28. 
Fig. 10. Inoceramus Cuvieri Sowerby, rechte Schale. 

S. 28. 



Fig. 


I. 


Fig. 


2. 


Fig. 


3- 


Fig. 


4- 


Fig. 


5- 


Fig. 


6. 



Wanderer, Tierversteinerungen der säclis. Kreide. 



Tafel IV. 





Verlag von Gustav Fischer in Jena. 



Tafel V. 



Fig. 


2. 


Fig. 


3* 


Fig. 


4- 


Fig. 


5- 


Flg. 


6. 


Fig. 


1 ■ 


Fig. 


8. 


Fig. 


8«. 


Fig. 


9- 


Fig. 


lO. 


Fig. 


1 1. 


Fig. 


12. 


Fig. 


13- 


Fig. 


14. 


Fig. 


I5. 


Fig. 


16. 


Fig. 


i/- 


Fig. 


18. 


Fig. 


19. 


Fig. 


20. 



Lamellibranchiaten (H). 

Lima canalifera Goldfuß, rechte Schale. S. 28. 
Lima elongata Geinitz (non Sow.), linke Schale. 
S. 29. 

Lima pseudocardium Reul^, rechte Schale. ,S. 29. 
Lima Plauensis Geinitz, linke Schale. S. 29. 
Lima cretacea Wood, rechte Schale. S. 30. 
Lima Hoperi Mantell, linke Schale. S. 30. 
Pecten elongatus Lamarck, rechte Schale. .S. 30. 
Pecten acuminatus Geinitz, linke Schale. S. 30. 
Pecten G a 11 i e n n e i d'Orbigny, linke Schale. S. 3 i . 
Pecten Rhotomagensis d'Orbigny, rechte Schale. 

S. 31- 

Pecten curvatus Geinitz, rechte Schale, S. 31. 

Pecten membranaceus Nilsson, linke Schale. 

S. 32. 

Pecten Nilssoni Goldfuß, rechte Schale. S. 32. 

Vola phaseola Lamarck sp., rechte Schale. S. 32. 

Vola aequicüstata Lamarck sp., rechte, 14a 

linke Schale. S. 33. 

Vola quinqnecostata Sowerby sp., rechte Schale. 

^- 33- 

Vola notabilis ]\Iünster sp., rechte Schale. S. 33. 

Vola digitaiis Roemer, rechte Schale. S. 34. 

Spondylus striatus Sowerby sp., linke Schale. 

S. 34. 

Spondylus hystrix Goldfuß, linke Schale. S. 34. 

Spondvlus spinosus Sowerby sp., rechte Schale. 

s. 54- 



Wanderer, Tierversteinerungen der sächs. Kreide. 

3 ... /' k 1 




Verlag von Gustav Fischer in Jena. 




Tafel VI. 



Fig. 


I. 


Fig. 


2. 


Fig. 


3- 


Fig. 


4- 


Fig. 


5- 


Fig. 


6. 


Fig. 


1 • 



Fig. 8. 



Lamellibranchiaten (III). 

Alectryonia carinata Lamarck sp., Doppelschalen. 

S. 35- 

Alectryonia diluviana Linne sp., rechte Schale. 

S. 35- 

Ostrea hippopodium Nilsson, rechte Schale von 

innen, 3« linke von außen. S. 36. 

Exogyra lateralis Nilsson sp., linke, 4^ rechte 

Schale. S. 36. 

Exogyra columba Lamarck sp., linke Schale. 

s. 36. 

Exogyra conica Sowerby sp., linke Schale. S. 37. 
Exogyra haliotoidea Sowerby sp., rechte Schale 
von innen, "ja von außen. S. 37. 
Exogyra sigmoidea Reuß sp., rechte Schale von 
innen, 8a von außen. S. 37. 



Wanderer, Tierversteinerungen der sächs. Kreide. 1 ÜJBl VI. 

3 - - ^"^■- 




Verlag von Gustav Fischer in Jena. 



Tafel VII. 



Lamellibranchiaten (IV). 



Fig. 


I 


Fig. 


2 


Fig. 


3 


Fig. 


4 


Fig. 


5 


Fig. 


6 


Fig. 


/ 



Fig. 8 

Fig. 9 

Fig. lo 

Fig. 1 1 

Fig. I 2 

Fig. 13 

Fig. 14 

Fig. 15 

Fig. 16, 

Fig. 18 

Fig. 19 

Fig. 20 

Fig. 21 



Mj'tilus Galliennei d'Orbigny, linke Schale. 

S. 38. 

Spptifer lineatus Sowerby sp., rechte Schale. 

S. 38. 

A'Iodiola? arcacea Geinitz, rechte -Schale. S. 38. 

Area Galliennei d'Orbigny, rechte Schale. S. 38. 

Nucula pectinata Sowerby, rechte Schale. S. 39. 

Cucullaea glabra Parkinson, rechte Schale. S. 39. 

Pectunculus obsoletus Goldfuß, linke Schale. 

S. 39- 

Venericardia tennicosta Sowerby, linke Schale. 
S. 40. 

Opis bicornis Geinitz, linke Schale. .S. 40. 
Eriphyla lenticularis Goldfuß sp., linke Schale, 
10« Doppelschale von oben. S. 40. 
Radiolites Saxoniae Roemer sp., Unterschale, 
1 1 a Steinkern derselben. S. 40. 
Mutiella Ringmerensis Mantell, linke Schale. 
S. 41- 

Cardium bipartitum d'Orbigny, Doppelschale 
von hinten, 1317 rechte Schale. S. 41. 
Cardium alternans Reuß, rechte Schale. S. 42. 
Cardium c e n o m a n e n s e d'Orbigny, rechte Schale. 
S. 42. 

Protocardia hillana .Sowerby sp., rechte .Schale. 
S. 42. 

Cyprina quadrata d'Orbigny, rechte Schale. 
S. 42. 

Venus faba SoM-erby, linke Sch.ile, i8r/ Doppel- 
schale von oben. S. 42. 

Venus Goldfussi Geinitz, linke Schale, 19« 
Doppelschale von oben. S. 43. 
Gastroch aena oslreae Geinitz, 20a ebenso. 

S. 43- 

Gastrochaena amphisbaena Goldfuß. .S. 43. 



Wanderer, Tierversteinerungen der sächs. Kreide. 




Tafel VII. 
15 




Verlag von Gustav Fischer in Jeiif 



Tafel VIII. 



Fig. 


I 


Fig. 


2 


Fig. 


3 


Fig. 


4 


Fig. 


5 


Fig. 


6 


Flg. 


/ 


Fig. 


8 


Fig. 


9 


Fig. 


10 


Fig. 


II 


Fig. 


12 


Fig. 


13 


Fig. 


14 



Fig. 15 

Fig. 1 6 

Fig. 17 

Fis. 18 



Fig. 


19 


Fig. 


20 


Fig. 


21 


Flg. 


22 


Fig. 


23 


Fig. 


24 


Fig. 


2S 


Flg. 


26 


Fig. 


27 


Fig. 


28 


Fig. 


29 


Fig. 


30 


Fig. 


31 


Fig. 


32 


Fig. 


33 


Fig. 


34 


Fig. 


35 


Fig. 


36 


Fig. 


37 


Fig. 


38 



S. 47. 
.S. 40. 
S. 4b. 



48. 



Gastropoden und Scaphopoden. 

Emarginula Buchi Geinitz. S. 46. 

Pleurotomaria linearis Mantell sp. 

PI enrotomaria Geinitzi d'Orbigny. 

Pleurotomaria" Plauensis Geinitz. 

Stelzneria cepacea Geinitz. S. 47. 

Turbo Goupilianus d'Orbigny. S. i 

Operculum = Verschlußdeckei. J 

Turbo Naumann! Geinitz. S. 48. 

Turbo Buchi Goldfuß sp. S. 48. 

Trochus Geinitzi Reuß. S. 48. 

Trochus ßuneli d'Archiac. S. 49. 

Trochus Geslini d'Archiac sp. .S. 49. 

Trochus Reichi Geinitz sp. S. 49. 

Trochus Fisch eri Geinitz, vergrößert, I4(:? nat. 

Größe. S. 50. 

Nerita nodosa Geinitz sp., jugendl., 15« erwachs. 

Form. S. 50. 

Neritopsis costulata Roemer sp. S. 5t. 

Littorina pectinata Deninger, vergrößert, 17« 

nat. Größe. S. 51. 

Littorina minuta Geinitz, vergrößert, 18« nat. 

Größe. S. 51. 

Natica Geinitzi d'Orbigny. S. 51. 

Turritella sexlineata Roemer. S. 51 

Turritella Kirsteni Geinitz. S. 52. 

Pseudomelania Laubeana Geinitz sp. S. 52. 

Chemnitzia Reussiana Geinitz. S. 53. 

Nerinea Geinitzi Goldfuß. S. 53. 

Cerithium belgicum Münster. S. 55. 

Cerithium Rudolphi Geinitz. S. 54. 

Cerithium infibulatum Geinitz. S. 54. 

Cerithium tectiforme Binkhorst. S. 54. 

Cerithium interpunctatum Geinitz. S. 53. 

Cerithium Bircki Geinitz. S. 55. 

Aporrhais megaloplera Reuß sp. S. 55. 

Aporrhais stenoptera Goldfuß sp. S. 55. 

Aporrhais Buchi Münster sp. S. 56. 

Volutilithes subsemiplicatus d'Orbigny sp. 

S. 56. 

Volutoderma Roemeri Geinitz sp. S. 56. 

Cinulia Humboldti Müller sp. S. 56. 

Dentalium medium Sowerby. S. 57. 

Dentalium polygonum Reuß. b. 57. 



Wanderer, Tierversteinerungen der sächs- Kreide. 




Verlag von Gustav Fischer in Jena, 




Tafel IX. 
Cephalopoden (I). 

Fig. I. Nautilus sublaevigatus d'Orbigny, I ß Querschnitt 

einer Windung. S. 58. 
Fig. 2. Baculites baculoides d'Orbigny, 2 « Querschnitt. 

S. 61. 
F'g- 3- Placenticeras memoria Schloenbachi Laube 

u. Bruder, -/^ nat. Größe, 3« von der Außenseite. 

S. 61. 
Fig. 4. Pachydiscus peramplus Mantell sp., 4(7 von 

vorn. S. 62. 
Fig. 5. Pulchellia G es lia na d'Orbigny sp., 5a von vorn. 

S. 63. 



Wanderer, Tierversteinerungen der sächs. Kreide. 

7 




Tafel IX. 
5a 






Verlag von Giistiiv Fischer in Jena. 



Tafel X. 
Cephalopoden (II). 

Fig. I. Mammites Michelobensis Laube u. Bruder, la 

von vom. S. 63. 
Fig. 2. Mammites binicostatus Petrascheck, 2a von 

vorn. S. 64. 
Fig. 3. Acan tlioceras Schlüterianum Laube u. Bruder, 

-/g nat. Größe, T,a ein Stück der Außenseite. S. 65. 



Wanderer, Tierversteinerungen der sächs. Kreide. 



Tafel X. 




Verlag von Gustav Fischer in Jena. 



I 



Tafel XI. 
Cephalopoden (III). 

Fig. I. Douvilleiceras Mantelli Sowerby sp., ^/^ nat. 

Größe, la Querschnitt über einer Rippe (heller 

Ton) und zwischen zwei Rippen (dunkler Ton). 

S. 63. 
Fig. 2. Actinocamax plenus Blainville sp., za ebenso, 

kleineres Exemplar. S. 68. 



Wanderer, Tierversieinerungen der säclis. Kreide. 



Tafel XL 




Verlag von Gustav Fischer in Jena. 



Tafel XII. 



Cephalopoden (IV), Crustaceen, Vertebraten. 



Fig. I 

Fig. 2 

Fig- 3 

Fig. 4 

Fig. 5 

Fig. 6 

Fig. /. 



Fig. 8. 



Fig. 9. 



Fis. lo. 



Fig. 


1 1 


Fig. 


12 


Fig. 


13 


Fig. 


14 



Fig. 15 



Fig. 


16. 


Fig. 


i/- 


Fig. 


18. 


Fig. 


19 


Fig. 


20 



Acanthoceras Fleiiriausianum d'Orbigny sp., 

I a Außenseite. S. 66. 

Prionotropis Carolinus d'Orbignj' sp. S. 66. 

Scaphites Geinitzi d'Orbigny. S. 67. 

Pollicipes gl aber Roemer, carina, \a scutum. 

S. 70. 

Scalpellura cenomanense Geiiütz, carina. S. 70. 

Callianassa antiqua Otto, erstes Scherenpaar. 

S. 70. 

Oxyrhina Mantelii Agassiz. S. 71. 

7 (Z, b, c Zähne aus dem hinteren Teil der Kiefer 

(Lateralzähne), 
7 d, e, f, g Zähne aus d. vorderen Teil d. Kiefer 

(Frontaizähne), 

7 ß, c, e von außen, "jb, d, g von innen, "] f von 

der Seite. 
Oxyrhina angustidens Reuß. S. 71. 

8 a, 8^ Zähne aus d. hinteren Teil d. Kiefer, 
%c, d ,, ,, ,, vorderen ,, ., ,, , 

8(7 von außen, 8 ö, c von innen, 80' von d. Seite. 

Lamna appendiculata Agassiz sp. S. 7-- 

9 Zahn aus d. vorderen Teil d. Kiefers, von außen, 
9« ,, ., ,, hinteren ,, ,, ,, ,. innen. 
Odontaspis suicatus Geinitz sp. S. 72. 

10 (2 aus d. vorderen, \ob aiis d. hinteren Teil d. 

Kiefer, beide von innen. 

Corax falcatus Agassiz, von innen, \\a von d. 

Seite. S. 72. 

Ptychodus mammillaris Agassiz, von d. Seite 

und von oben. S. ",2. 

Ptychodus latissimus Agassiz, von oben. S. 72. 

Coelodus cretaceus Agassiz sp., Teil einer 

Gaumenplatte. S. 73. 

Coelodus complanatus Agassiz sp. , isolierte 

Zähne. S. 73. 

Fischwirbel. S. 73. 

Wirbel (Oxyrhina ManteUi Agassiz). S. 71. 

Schuppe eines Knochenfisches (Cladocyclus). 

S. 74- 

Koprolith (Macropoma Mantelii Agassiz). S. 74. 

Reptilzahn (Plesiosaurus sp.), vergrößert, 20a 

nat. Größe. S. 74. 



Wanderer, Tierversteinerungen der sächs. Kreide. 






r^ 



3 



a ö' ^^ Q' 



10' 




Verlag von Gustav Fischer in Jena. 



M 



AMNH LIBRARY 



100054458